د پښتو ژبې د نړیوالې ورځې په هکله: Die Entwicklung des Paschto als moderne Literatursprache (Artikel von Manfred Lorenz, 1984?)

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د پښتو ژبې د نړیوالې ورځې په هکله

Heute ist der internationale Tag der Sprache Pashto. Er wird begangen, weil an diesem Tag im Jahr 1936 das Pashto – zusätzlich zu Persisch/Dari – zur nationalen Sprache Afghanistans erklärt wurde. Zusätzlich wurde ein Maßnahmepaket dekretiert, das nur Persisch sprechende Staatsbeamte verpflichtete, auch Pashto zu lernen.

 

Aus diesem Anlass möchte ich einen Artikel meines vor drei Jahren verstorbenen Paschto-Lehrers (und Verfasser eines Pashto-Lehrbuches für deutschsprachige Studenten) Professor Manfred Lorenz vorstellen, der leider nicht genau datiert ist, aber schon in den 1980er Jahren erschien (wahrscheinlich 1984; er überließ mir freundlicherweise eine elektronische Kopie) und befasst sich mit der historischen Entwicklung des Paschto (wie er es dort vereinfacht schreibt) als moderne Literatursprache in Afghanistan.

Der Beitrag ist auch deshalb extrem interessant, weil er nicht von den gegenwärtigen, hochpolitisierten und -emotionalisierten Diskussion beeinflusst ist (siehe Lutz Rzehak auf AAN, hier und hier), die besonders von einer neuen, linguo-nationalistischen Elite befördert wird, die nach 2001 entstanden ist und deren Einfluss sich v.a. in den Medien deutlich niederschlägt. Aber das braucht eine sorgfältige, detaillierte Analyse.

Hier geht es zu Prof Lorenz‘ Artikel „Die Entwicklung des Paschto als moderne Literatursprache“:

lorenz-paschto

 

Ein Artikel von mir zu Pashto auf Afghanistan Zhaghdablai findet sich hier. Dabei geht es darum, ob die eine der beiden afghanischen Hauptsprachen Pas(c)hto oder Pas(c)htu heißt. Ersteres (aber wissenschaftlich eigentlich Paṣto – weil mit ښ geschrieben, einem Buchstaben, den es in anderen Sprachen – so weit ich weiß – nicht gibt und der unserem „ch“ wie in „ich“ nahekommt, in der Kandaharer Gegend eher wie „klassisch“ „sch“ und im Osten zwischen Dschalalabad und Peshawar wie „ch“ in „ach“) und warum die ethnische Gruppe, die dazu gehört, trotzdem „Paschtunen“ sind. Was weniger verwirrend ist als es sich anhört.

Zum Schluss noch ein Leckerbissen für Pashto-Sprecher: ein Zungenbrecher (also so etwas wie „Der Potsdamer Postkutscher putzt…“:

کاڼه شپانه د ړانده میږه غوښه ټوله څلور ځایه کړه

Er enthält (fast) alle der zahlreichen Buchstaben des Pashto-Alphabets (wenn ich nicht irre, fehlen  z, retroflexives d und die aus dem Arabischen stammenden Konsonanten wie like zal.

Wen das angefixt hat, kann sich auf der Pashto Language Resources-Seite weiter umtun, auf Christian Bleuers ‘Afghanistan Analyst’ Webseite – hier entlang.