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„Dieselben politischen Lager, die sich während der Präsidentschaftskampagne noch heftig bekämpft hatten, waren also nun gefordert, eine Regierung zu bilden. Viele politische Patronage-Netzwerke waren an dem Ringen um Kabinettsposten beteiligt“, erklärt Thomas Ruttig [auf die Frage, warum die Kabinettsbildung so lange gedauert hat], Ko-Direktor des Afghanistan Analysts Network gegenüber der Deutschen Welle.

[..] Der … wichtige Posten des Innenministers geht … an einen Angehörigen des Lagers von Abdullah, nämlich Nur ul Haq Ulumi. „Ulumi ist als ehemaliger General der pro-sowjetischen Regierung in den 80er Jahren die interessanteste Personalie im neuen Kabinett“, sagt Thomas Ruttig. Er habe sich damals auch Achtung unter seinen Gegner erworben, weil er die Kämpfe in der südwestliche Zone um Kandahar weitestgehend beendet und sich dann dem Lager seines ehemaligen Gegners Abdullah Abdullah angeschlossen habe. „Ulumi ist sicherlich ein Profi in dem Ressort, das er übernehmen soll“, sagt Ruttig. […]

In einem Punkt aber führe das neue Kabinett eine schlechte Tradition der Karsai-Ära fort, kritisiert Thomas Ruttig: „Es sind zunehmend jüngere Leute gekommen, die kein eigenes politisches Gewicht haben und die dann sozusagen als Platzhalter von mächtigeren politischen Führern genutzt werden.“

[Zur Frage einer eventuellen Einbeziehung militanter Regierungsgegner wie der Taleban und der Partei Hisb-i-Islami:]

„Vielleicht hat man Leuten Angebote gemacht, die früher mal zu den Taliban gehörten“, so Ruttig. Die Entscheidung, ob man die Taliban in die neue Regierung einbeziehen möchte, stehe der neuen Regierung noch als Aufgabe bevor.

(Dazu auch dieser frühere Beitrag hier auf Afghanistan Zhaghdablai.)

Enttäuschend findet Ruttig, dass Ghani und Abdullah ihre Zusage nicht eingehalten haben, mindestens vier Frauen ins Kabinett zu holen. „Es sind nur drei Frauen, also eine 25-prozentige Untererfüllung des Ziels“, sagt Ruttig. Die Genderpolitik spiele in den entscheidenden politischen Netzwerken in Afghanistan noch keine Hauptrolle.

 

Zum vollständigen DW-Beitrag bitte hier entlang.

 

 

 

 

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