Schlagwörter

, , ,

Bundeswehr-Konvoi in Kunduz. Foto: Thomas Ruttig (2007).

Bundeswehr-Konvoi in Kunduz. Foto: Thomas Ruttig (2007).

 

Deutschland lässt afghanische Helfer im Stich

Sie haben für Deutschland ihr Leben riskiert – tausende afghanische Helfer von Bundeswehr und deutscher Entwicklungshilfe. Dafür gab die Bundesregierung ihnen ein einfaches Versprechen: Deutschland ist ein Land, das Dankbarkeit kennt. Ein Land, das auch in Zukunft für ihre Sicherheit sorgt. „Für den Fall, dass Sie bedroht sind – latent oder offen – bieten wir Ihnen auch Schutz in Deutschland. Darauf können sich alle verlassen“, sagt der Bundesinnen- und frühere Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in einem Video seines Ministeriums.

Auch Amruddin Muradi hat das lange geglaubt. Auf die Straßen von Kundus traut er sich nur noch verhüllt. Er fürchtet um sein Leben. Der Grund: Muradi hat jahrelang für die alliierten Truppen gearbeitet, von 2009 bis 2013 als Übersetzer bei der Bundeswehr. Den Taliban blieb das nicht verborgen. In einem Drohbrief, den Muradi erhalten hat, steht: „Amruddin, Du hast für die Ungläubigen gearbeitet. Du bist ein Spion der ausländischen Truppen in Kundus.  Wenn wir Dich erwischen, werden wir Dich töten. Du bist zum Tod verurteilt worden.“

Von Thomas Berbner, Christoph Heinzle & Volkmar Kabisch, ARD-Panorama , 16.10.2014

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Bedroht und im Stich gelassen

Mandeln, Pinienkerne, getrocknete Maulbeeren – Aliullah Nazary hat einige Knabbereien aus seiner Heimat auf eine Untertasse geschüttet. Der 27-Jährige hat sie aus Afghanistan mitgebracht – für besondere Gelegenheiten. An diesem Nachmittag ist sein Freund Samay zu Besuch. Auch er stammt aus Afghanistan. Die beiden jungen Männer haben es sich auf dem Sofa bequem gemacht, in Aliullahs karger Ein-Zimmer-Wohnung am Stadtrand von Hamburg.

Auf Dari tauschen die beiden Freunde Neuigkeiten aus, trinken grünen Tee und knabbern afghanische Mandeln. Aliullah hat sie im Februar 2014 in einem Koffer nach Deutschland transportiert, in dem sich sonst nur das Nötigste befand: das, was er für sein neues Leben in Deutschland brauchte.

Von Anne Allmeling, Deutschlandfunk 25.8.2014 (mit Audio)

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Die vergessenen Helfer vom Hindukusch

Bundeswehr: Die Einheimischen, die den Deutschen in Afghanistan zur Seite standen, benötigen nun hier Hilfe. Sie fühlen sich alleingelassen

Der kleine Raum im Notaufnahmeheim Marienfelde birst vor Energie. Vier junge, afghanische Männer stehen um den Tisch der Sozialarbeiterin Durna Amirmontaghemi herum, die sich schlicht Frau Amir nennt. „Sie haben schon gewartet“, sagt sie. Nach einer Vorstellungsrunde bringt Ahmad, mit 22 Jahren der jüngste der vier, das Problem auf den Punkt: „Wir glauben nicht, dass unsere ehemaligen Kameraden der Bundeswehr wissen, dass wir hier in einem Asylheim sind“, sagt er auf Englisch. „Wir fühlen uns alleingelassen und hoffen, dass wir endlich gehört werden. Schließlich haben wir zusammen mit den deutschen Soldaten unser Leben riskiert.“

Ahmad kommt aus Masar-i-Scharif, er ist wortgewandt, mit einem Hang zu bildreichen Vergleichen. Er ist gebildet, denkt schnell und konkret. Und er ist offen. Eigenschaften, die ihn für den Job bei der Bundeswehr qualifizierten. Ahmad hat drei Jahre lang für deutsche Soldaten und Generäle in Afghanistan gedolmetscht. Weil er deshalb bei den Taliban als Verräter gilt, ist sein Leben in Gefahr. So bekam er eine Aufenthaltszusage für Deutschland. Mitte April reiste Ahmad von Masar-i-Scharif nach Berlin. Im Gepäck hatte er ein dreimonatiges Visum, die sogenannte Aufenthaltszusage, ein Buch über Deutschland, eine Abfindung von einigen Hundert Euro und einen Kontakt: die Leiterin des Asylbewerberheims in Marienfelde, Uta Sternal.

Von Marion Bernhardt, Berliner Morgenpost 11.5.2014

Zum Weiterlesen hier klicken

 

„Bei den Verhören fühlte ich mich oft wie ein Verräter“

„Ich habe diese Arbeit gemacht, weil ich mich dazu gezwungen sah“, sagt Mohammed A., wenn man ihn fragt, warum er für die Nato in Afghanistan als Dolmetscher tätig gewesen sei. Unter den Taliban war seine Familie nach Pakistan geflüchtet. Nach der US-Intervention kehrten Mohammed A.s Mutter, seine beiden jüngeren Geschwister und er nach Kabul zurück. Er musste die Familie ernähren. Bei der Nato stimmte die Bezahlung.

Von Emran Feroz, Die Presse (Wien) 30.12.2014

Zum Weiterlesen hier klicken

Ausführlicher als Text hier, aber nur für Abonnenten, hier

 

Von Kabul nach Schwerin: Niemals Stille Nacht

Abdul jobbte viele Jahre als Dolmetscher für die Bundeswehr in Afghanistan. Am Heiligen Abend 2012 drangen vermummte Männer in sein Haus. Sie hielten eine Pistole an seinen Kopf und sagten: „Wir wissen, für wen du arbeitest“. Die Geschichte einer Flucht.

Der Heilige Abend hat für den Muslim Abdul eine große Bedeutung. Vergangenes Jahr, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, kamen sie in sein Haus in Kabul. Zehn Männer, bewaffnet und maskiert. Sie trieben seine sechs Kinder mit ihrer Mutter in eine Ecke, Abdul hielten sie eine Pistole an den Kopf. „Wir wissen, für wen du arbeitest. Wo ist deine Waffe?“ Abdul, der als Sprachmittler für die Bundeswehr in Kabul arbeitete, sagte: „Ich habe keine Waffe.“ Sie glaubten ihm nicht: „Spione haben alle eine Waffe.“

Dann warfen sie ihn auf den Boden, traten auf ihn ein, schlugen ihn. Die Kinder mussten zusehen. „Wenn ihr schreit, töten wir erst euren Vater und dann euch.“ Dann bekamen die Männer über ein Handy den Befehl, Abduls Haus sofort zu verlassen. Er weiß bis heute nicht, warum sie ihn nicht töteten. Aber sein Leben, wie er es kannte, war vorbei.

Von Markus Deggerich, Spiegel 24.12.2013

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Verständnis ja, Asyl eher nicht

Für die Bundeswehr war Assadullah Rezwan lange ein unverzichtbarer Helfer. Im Feldlager Kundus hat der junge Afghane vier Jahre lang für das regionale Wiederaufbau-Team gearbeitet. Dort, im staubigen Nordosten des Landes, war Rezwan als Dolmetscher tätig. Mit seinen hervorragenden Sprachkenntnissen ermöglichte er es den deutschen Soldaten und zivilen Beschäftigten in der Unruhe-Provinz, mit den dort lebenden Afghanen ins Gespräch zu kommen.

Für die Taliban ist Rezwan ein Kollaborateur, der sich mit den westlichen Besatzungsmächten eingelassen hat. Er ist damit ihr Feind. „Wegen dieser Zusammenarbeit wollte mich eine Gruppe von Aufständischen entführen. Sie riefen mich an und bedrohten mich“, erzählte der Afghane vor ein paar Wochen deutschen Medien. Da stand Rezwan gemeinsam mit drei Dutzend seiner Kollegen gerade vor dem Tor des Feldlagers Kundus – und demonstrierte.

Von Steffen Hebestreit, Frankfurter Rundschau 12.7.2013

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Asyl für afghanischen Bundeswehrhelfer

Berlin – Ein erster afghanischer Mitarbeiter der Bundeswehr, der sich bedroht sieht, hat Asyl in Deutschland erhalten. Wie Regierungskreise am Donnerstag weiter erklärten, hält sich die Zahl der Fälle, die – gegenwärtig – geprüft werden, „im niedrigen zweistelligen Bereich“.

Von Hans Monath, Tagesspiegel 19.4.2013

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Afghanistan: Karzai protestiert gegen Asyl-Angebote für Bundeswehr-Helfer

Viele afghanische Helfer sehen dem Abzug der Bundeswehr panisch entgegen. Sie fürchten die Rache der Taliban und wollen ausreisen. Nun schaltet sich Präsident Karzai ein. Mit scharfen Worten forderte er von Berlin, Asyl-Angebote an Afghanen zu unterlassen.

Berlin – Die afghanische Regierung hat mit deutlichen Worten gegen Asyl-Angebote für gefährdete lokale Mitarbeiter der Bundeswehr nach dem Nato-Abzug protestiert. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE intervenierte die Regierung von Präsident Hamid Karzai in Berlin mit einer Verbalnote. Darin wehrt sie sich gegen mögliche Angebote von Nato-Nationen, nach dem Abzug im Jahr 2014 afghanischen Mitarbeitern Asyl zu gewähren.

  • Von Matthias Gebauer, Spiegel 18.4.2013

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Dolmetschen in Afghanistan: Die Übersetzer

Wo kulturelle Missverständnisse tödlich sein können, ist ihre Arbeit lebenswichtig. Aber wenn die Bundeswehr abzieht, fürchten deren afghanische Dolmetscher um das eigene Leben. Vier Berichte aus dem Krieg.

FAZ 24.9.2012

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Nicht nur Übersetzer sind in Afghanistan bedroht

Nach Medienberichten haben afghanische Übersetzer in Diensten der Bundeswehr eine Petition beim Bundestag eingereicht und erbitten ihre Aufnahme in Deutschland.

PRO ASYL fordert die Bundesregierung auf, den sogenannten afghanischen Ortskräften – Dolmetschern, Fahrern und anderem Personal – eine Aufnahmezusage zu geben. Angesichts der kontinuierlichen Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan ist bereits jetzt klar, dass das Land 2014 kein sicheres Terrain für afghanische Mitarbeiter der ISAF-Truppen sein wird.

Presseerklärung von Pro Asyl, 16.04.2012

Zum Weiterlesen hier klicken

 

Der Film “Zwischenwelten” von Feo Aladag (http://www.zwischenwelten-film.de/), der 2014 auf der Berlinale lief, erzählt ebenfalls das Schicksal eines Bundeswehr-Dolmetschers

 

 

 

 

(Falls Sie am Ende meines Blogs Werbung sehen, stammt diese vom Betreiber der Software. Falls Sie sie nicht sehen möchten, können Sie einen Werbeblocker installieren, z.B. AdBlock, wenn Sie einen Mac verwenden; die Software ist kostenlos.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements