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Da vor allem die afghanischen Opfer von Anschlägen oft unbekannt bleiben oder schnell vergessen werden – hier als Erinnerung ein Foto von heute morgen: An den vom Anschlag am 7. August erzeugten Ruinen im Kabuler Stadtteil Schah Schahid hängen große Plakate von den Menschen, die unter den Trümmern gestorben sind.

An einem Haus sah ich ein Plakat mit vier Frauen, an einem anderen das von einem jungen Mann. Die Verwüstungen sind wirklich verheerend; mindestens sechs Gebäude nebeneinander wurden zerstört. Im Umkreis von mehreren hundert Metern sind immer noch die Scheiben zerbrochen; Schutthaufen liegen vor den Häusern.

Mahnwache in Kabul-Schah Schahid nach den Anschlägen. Foto: Pajhwok.

Mahnwache in Kabul-Schah Schahid nach den Anschlägen. Foto: Pajhwok.

 

Schon am letzten Sonnabend hatten sich hunderte, vor allem junge Kabuler versammelt und Kerzen für die Opfer angezündet. Viele klagten Pakistan als Hintermann der Anschläge an; pakistanische Geldscheine (die überall im Land fast eine Parallelwährung sind) wurden verbrannt. Es wurde nach Rache verlangt, und auch die Regierung der Untätigkeit bezichtigt (hier, mit Video).

Die afghansche Industrie- und Handelskammer hat gerade bekanntgegeben, dass sie den Import pakistanischer Medimamente stoppt.

Mohammad Taqi, Kolumnist der liberalen pakistanischen Tageszeitung The Daily Times, brachte den Effekt der Anschläge auf den Punkt: „Die afghanischen Menschen werden wütender, anstatt sich terrorisiert zu fühlen.“

Symbolisch für die vielen zivilen Opfer (zum letzten UN-Bericht hier) wird auch zweier getöteter afghanischer Journalisten immer an dem Jahrtag gedacht: AFP-Reporter Sardar Ahmad, der mit seiner Frau und zwei seiner Kinder im März 2014 bei einem Taleban-Angriff auf ein Kabuler Hotel ums Leben kam (hier seine Gedenkseite bei AFP) und Ahmad Omaid Khpelwak, der im Juli 2011 während eines Taleban-Angriffs in Tirinkot (Provinz Uruzgan) zwischen die Fronten geriet, von einem US-Soldaten für einen Taleb gehalten und erschossen wurde. (Die ganze Geschichte bei AAN hier und hier.)

Omaid Khpelwak.

Omaid Khpelwak.

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