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Die Situation im Distrikt Musa Qala ist unklarer, als es die triumphalen afghanischen Medienberichte und Fotos der letzten Tage insinuierten: Berichten aus der Gegend zufolge, die AAN erhalten hat, mussten sich die afghanischen Regierungstruppen nach nur einem Tag inzwischen wieder aus dem Distriktzentrum zurückziehen. Das wäre bereits am Montag, dem 31. August gewesen. Sie konnten offenbar dem Druck der Taleban, die sich nicht weit vom Distriktzentrum gesammelt hatten, nicht standhalten. Die Taleban seien nach ihrem Abzug wieder eingerückt. Aber auch das muss auch noch nicht das letzte Wort sein.

Die afghanischen Medien haben jedenfalls darüber bisher noch nicht berichtet.

Triumphales, aber wohl trügerisches Foto siegreicher afghanischer Regierungstruppen (es ist auch unklar, ob es überhaupt aus Musa Qala stammt). Quelle: Pajhwok .

Triumphales, aber wohl trügerisches Foto siegreicher afghanischer Regierungstruppen (es ist auch unklar, ob es überhaupt aus Musa Qala stammt). Quelle: Pajhwok .

 

Die Taleban hatten Musa Qala am 26. August eingenommen; Regierungstruppen rückten dann 30. August ein. Berichten zufolge hätten sie 220 bis 300 Taleban getötet. Die Zahlen liegen laut den Berichten, die AAN hörte, eher bei 100.

In Musa Qala scheinen sich die afghanischen Kräfte gegenüber den Angreifern also erneut in der Unterzahl befunden zu haben.

Während der letzten Tage wurde aus NATO-Quellen der Operation Resolute Support ebenfalls bekannt, dass US-Truppen während der bis dahin etwa eine Woche andauernden Kämpfe mindestens 13 Luftschläge gegen Taleban-Positions in dem Distrikt ausgeführt hätten, um die afghanischen Kräfte zu unterstützen. Dazu seien 90 Soldaten der Special Operations Forces – der US Air Force Special Tactics Squadron – nach Helmand verlegt worden, die größte Gruppe von US-Soldaten dort, seit die Provinz im vergangenen Jahr offiziell an die Afghanen übergeben worden war. Ein Militärsprecher erklärte dazu: “Immer wenn die USA Luftschläge ausführen, muss ein US JTAC [joint terminal attack controller] vor Ort sein, um den Schlag zu leiten, um sicher zu stellen, das diese Schläge entsprechend unserer Vorschriften [rules of engagement] ausgeführt werden.”

Dass in der Region um Musa Qala weiter gekämpft wird, geht aus einem kurzen Bericht der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua hervor. Demzufolge hätten Regierungstruppe heute morgen „Verstecke“ der Taleban im Nachbardistrikt Gereschk bombardiert und dabei 27 getötet und 16 verletzt. In Richtung Gereschk war der Distriktgouverneur Musa Qalas nach dem ersten Taleban-Angriff geflohen.

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