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Nach 81 Tagen in der Hand von Entführern ist die Entwicklungshelferin Anja de Beer wieder frei. Erste Meldungen kamen gestern am Abend Kabuler Zeit, nachdem das niederländische Außenministerium die gute Nachricht bekanntgegeben hatte.

Es gehe ihr den Umständen entsprechend gut. Sie sagte, sie sei gut behandelt worden und habe ausreichend Nahrung erhalten. Sie sei „allein“ in einem „alten Gebäude“ festgehalten worden, wisse aber nicht, wo, wer die Entführer gewesen seien, nur dass sie „gut organisiert“ gewesen seien. Lösegeld sei trotz Geldforderungen nicht gezahlt worden – „das habe ich von der Botschaft gehört“. (Hier auch ein Foto.)

Regierungsquellen erklärten, sie seien nicht in direktem Kontakt mit den Entführern gewesen.

Anja hat die niederländische und schweizer Staatsbürgerschaft. Sie hat seit über 15 Jahren in Afghanistan gearbeitet, u.a. für den NGO-Dachverband ACBAR, UNAMA und zuletzt die schweizerische staatliche Entwicklungsorganisation Helvetas.

Sie will zunächst ihre Familie sehen, dann aber weiter in Afghanistan in der Entwicklungshilfe arbeiten und wolle darüber mit ihrem Arbeitgeber sprechen, sagte sie dem niederländischen Sender NOS. „Ich weiß, dass diese Arbeit Risiken mit sich bringt.“

Sie war am 22. Juni im Kabuler Stadtteil Taimani von vier Bewaffneten entführt worden. Sie sei erst wenige Stunden vorher über ihre Freilassung informiert worden.

Entführungen, vor allem aber von Afghanen, kommen in Afghanistan häufig vor. Sie werden häufig von organisierten Banden durchgeführt, die offenbar manchmal die Protektion einflussreicher Politiker genießen.

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