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Unter dem Titel „Liebe und Sexualität in Afghanistan“ lief am 11. September 2015 eine knapp halbstündige Sendung bei Deutschlandradio Wissen, in dem die in Dehli ansässige ARD-Korrespondentin Sandra Petersmann und der Verfasser dieses Blogs mit ausführlichen Interviews vorkommen – zu sehr unterschiedlichen Themen, nämlich einer Radio-Sendung zu diesem Thema in Afghanistan sowie zu den Themen des Batschabasi (der sog. Tanzjungs, einer speziellen Form der oft gewaltsamen Prostitution minderjähriger Jungen) sowie der Batschaposch. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob all dies wirklich zusammen (in eine Sendung) gehört.

 

Ein Graffiti aus einer Serie, die in Kabul immer öfter an Wänden und Mauern auftaucht. Quelle: DRadio.

Ein Graffiti aus einer Serie, die in Kabul immer öfter an Wänden und Mauern auftaucht. Quelle: DRadio.

 

Hier der DRadio-Text zur Sendung:

 

From Afghanistan with love

Afghanistan ist ein sehr traditionelles Land und hat eine zutiefst patriarchale Gesellschaft. Besonders deutlich wird das beim Umgang mit Liebe und Sexualität.

Afghanistan-Korrespondentin Sandra Petersmann erklärt, wie Männer und Frauen in Kabul zueinanderfinden. Außerdem stellen wir euch die „Nacht der Liebenden“ vor. In der Sendung im afghanischen Radio Arman FM geht es um gebrochene Herzen, Liebe und Sexualität. Zum ersten Mal wird hier öffentlich über dieses Tabu-Thema gesprochen. Die Studios des Senders befinden sich hinter hohen Sicherheitsschleusen.

 

„Batscha-basi“ und „Batschaposch“

Thomas Ruttig vom Afghanistan Analysts Network erklärt , wie so genannte Tanzknaben von älteren Männern als „Bacha bazi“ sexuell missbraucht werden und warum einige Mädchen der Ehre wegen von ihren Eltern als Jungen erzogen werden. Die Rede ist von so genannten „Batschaposch“.

 

Die ganze Sendung kann hier nachgehört werden. Es gibt auch einen Podcast zum herunterladen.

 

Zu der ArmanFM-Radiosendung „Die Nacht der Liebenden“ hatte Sandra Petersmann bereits in der ARD einen Beitrag, der hier nachzulesen und nachzuhören ist.

 

Zum Thema Batschabasi gibt es einen sehr guten Beitrag von Friederike Böge, der schon 2011 in der FAZ erschien – hier der Link, sowie einen weiteren von 2013 aus der Märkischen Oderzeitung. (Darin heißt es, dass Batschabazi unter den Taleban verboten war – das stimmt, aber das bedeutet leider nicht, dass es diese Praxis damals nicht auch gab oder sie gar beendet werden konnte.)

Hier schließlich ein preisgekrönter Film des afghanischen Journalisten Najibullah Qureishi zum Thema Batschabasi.

Vor wenigen Tagen beschäftigten sich afghanische Menschenrechtler mit dieser Praxis, beklagten, dass sie sich in einigen Provinzen ausbreite und verurteilten dies. Sie beklagten auch, dass es kein gesetzliches Verbot dafür gebe (hier der Bericht des Institute for War and Peace Reporting zum weiterlesen).

Die New York Times enthüllte, dass es US-Politik war, ihren Soldaten zu erklären, dass sie Batschabasi bei afghanischen Verbündeten ignorieren sollten. Berichtet wird ein Fall, in dem zwei US-Special-Forces-Soldaten einen Afghan Local Police-Kommandeur verprügelten, der in ihrem gemeinsamen Lager Jungen vergewaltigte – und dafür jetzt vor Gericht stehen. Dem Bericht zufolge scheint auch ein Fall sogenannter Green-on-Blue-Killings (wenn afghanische Soldaten oder Polizisten verbündete westliche Soldaten umbrachten) 2012 in der Provinz Kunduz einen Batschabasi-Zusammenhang zu haben.

 

Und eine kurze Rezension zu Jenny Nordbergs Buch über Batschaposh, das der DR-Wissen-Moderator erwähnte, gibt es hier auf meiner Webseite. Sie erschien im Juni in der entwicklungspolitischen Zeitschrift Südlink.

Beiträge über den Graffiti-Künstler Kabir Mokamel erschienen u.a. bei der Nachrichtenagentur AP und al-Jazeera (jeweils mit Fotos). Er kommt auch in dem deutschsprachigen Beitrag „Die Erfahrungen der modernen Kunst in Afghanistan“ von Thomas Büsch auf der Webseite InEnArt (Interactive Enthusiasts in Art) vom Januar 2014 vor.

 

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