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Das Erdbeben vom Dienstag hat nach Regierungsangaben in Afghanistan mindestens 82 Todesopfer gekostet; 300 weiter Menschen wurden verletzt. Das berichtet der afghanische Fernsehsender Tolo TV am 27. Oktober auf seiner Webseite, ohne genau zu sagen, aus welcher Quelle diese Zahlen stammen. Die BBC zitierte am selben Tag Chief Executive (Quasi-Premierminister), demzufolge 76 Menschen umkamen und 268 verletzt wurden.

In Pakistan lag die Opferzahl sogar höher: 230 Tote und 1629 Verletzte.

Erdbebenschäden (Ort unklar). Foto: Khaama.

Erdbebenschäden (Ort unklar). Foto: Khaama.

 

In Taloqan starben 12 Schulmädchen in einem von Panik ausgelösten Gedränge, 30 weitere mussten ins Krankenhaus.

Das Erdbeben der Stärke 7,5 auf der Richter-Skala (laut US Geological Survey) ereignete sich in der Mittagszeit. Das Epizentrum lag im Distrikt Jurm in der Provinz Badakhshan, unweit der Provinzhauptstadt Faizabad, in 213 Kilometer Tiefe. Dadurch sollen die Schäden vergleichsweise gering geblieben sein. Tolo zufolge seien die Provinzen Badachschan, Tachar, Baghlan, Parwan, Nangrahar and Kunduz am stärksten betroffen. Die BBC zeigte gestern aber auch ein Foto von Zerstörungen in Ghazni-Stadt. In einigen Gebieten, darunter auch in Kabul, das ebenfalls erschüttert wurde, fielen Strom und Telefon aus. In den Städten war das aber nach einigen Stunden meist wieder repariert.

Inzwischen wurden auch 42 Todesopfer aus der Provinz Kunar gemeldet.

In Badachschan seien dem örtlichen Katastrophenschutzamt zufolge die Distrikte Jurm, Yaftal, Raghestan, Keschm, Teschkan, Darayem und Argo am stärksten betroffen. Mindestens 250 Wohnhäuser wurden zerstört, die meisten im Gebiet von Gandom Qol in Kecshm und Yamgan. Ein Erdrutsch blockierte im Gebiet von Koh Tub (Distrikt Khanabad, Kunduz) die Straße Kunduz-Taloqan-Faizabad Badakhshan. Aus Kunduz liegen noch keine Angaben vor, außer dass in der Provinzhauptstadt zwei Häuser zerstört worden seien.

In der gesamten Region war in den vergangenen Wochen gekämpft worden, was den Zugang erschweren könnte. Die Taleban, die Teile von Kunduz, Badachschan und Tachar kontrollieren, riefen die Hilfsorganisationen auf, sich nicht von diesen Gebieten fernzuhalten, und befahlen ihren Kämpfern, den Opfern zu helfen. Offenbar wurde sogar trotz des Bebens gekämpft. Die afghanische Armee meldete die Rückeroberung des Distriktzentrums von Dascht-e Artschi (Kunduz) „nach zwei Jahren“.

Präsident Aschraf Ghani hatte erst am 21. Oktober dieses Jahres die afghanische Nationale Katastrophenmanagement-Behörde (Afghanistan National Disaster Management Authority, ANDMA) zu einem Ministerium aufgewertet. Ihr Chef ist Wais Barmak, ein früherer hochrangiger Mitarbeiter des Ministeriums für ländliche Entwicklung.

 

 

 

 

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