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Mulla Mansur Dadullah, eine der Schlüsselfiguren der neu gegründeten Taleban-Dissidentenfraktion, ist heute nacht in seiner Heimatprovinz Zabul getötet worden. Das wird auf afghanischen sozialen Medien gemeldet; AAN hat ebenfalls aus drei verschiedenen Quellen die Bestätigung dafür erhalten. Die hiesige Nachrichtenagentur Pajhwok hat eine Bestätigung von der Zabuler Polizei veröffentlicht (auf Pashto, hier).

Mansur Dadullah wurde während Auseinandersetzungen mit Kämpfern der Mainstream-Taleban (von Mulla-Omar-Nachfolger Mulla Achtar Muhammad Mansur) im Distrikt Khak-e Afghan getötet. Khak-e Afghan steht seit mehreren Jahren unter vollständiger Kontrolle der Taleban. Dort sollen sich auch Anhänger der Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) aufhalten, die aus Pakistan geflohen sind. Die IBU hatte in diesem Jahr die Gefolgschaft für die Taleban aufgekündigt und dem „Islamischen Staates“ (IS/Daesch) Treue geschworen. Allerdings ist unklar, ob alle IBU-Gruppen dem gefolgt sind und ob der IBU-Führer dies auch im Namen der Kämpfer in Zabul tat.

Mansur Dadullah. Foto: Nunn Asia.

Mansur Dadullah. Foto: Nunn Asia.

 

Die genauen Umstände des Todes sind noch nicht bekannt. Pajhwok meldet, die Taleban hätten Mansur Dadullahs Haus und Kommandozentrum im Gebiet von Kalarghan angegriffen. Dabei hätten sie auch einen Taleban-Kommandanten aus Waziristan (Pakistan) gefangen genommen. Die Pro-Taleban-Webseite Nunn Asia berichtet, ein  Haus, in dem sich Mansur Dadullah verborgen gehaltne habe, sei in die Luft gesprengt worden. AAN hörte aus anderen Quellen, er sein gefangen genommen und gehenkt worden.

Auf der Taleban-Webseite gibt es dafür noch keine Bestätigung.

Mansur Dadullah war für mehrere Entführungen von Hazara-Reisenden in diesem Jahr verantwortlich. Erst in der vergangenen Woche war er zum Stellvertreter des Führers der Taleban-Dissidenten, Mulla Muhammad Rasul, bestimmt worden. Er war wahrscheinlich der militärisch stärkste Kommandeur in dieser Fraktion, die durch den Tod erheblich geschwächt worden sein dürfte.

In Zabul waren die Mainstream-Taleban seit Tagen gegen die Dissidenten-Fraktion vorgegangen. Gestern veröffentlichten sie eine Erklärung dazu auf ihrer Webseite (jetzt auf Englisch verfügbar, hier), in der sie Dadullah als Alliierten des IS bezeichneten. Dies dürfte darin begründet sein, dass sie nicht von Inner-Taleban-Kämpfen sprechen wollen.

Mehr Hintergrund in meiner Bericht von gestern nacht über die Kabuler Proteste, hier.

Bitte dranbleiben: Dieser Text wird laufend aktualisiert.

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