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Update 23.12.2015:

Die BBC meldete gerade, dass die afghanischen Regierungstruppen die Kontrolle über das Ortszentrum von Sangin in Helmand verloren haben. Das hätten Augenzeugen berichtet. Die Taleban-Webseite meldete dasselbe um ca 14 Uhr (hiesiger Zeit) und behauptete, man kontrolliere nun den gesamten Distrikt. (Mehr Hintergründe zu Helmand demnächst auf AAN aus Kabul.)

Inzwischen bestritten der amtierende Verteidigungsminister Massum Stanakzai und Innenminister Nur-ul-Haq Ulumi auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Kabul, dass die Taleban überhaupt irgendeinen Distrikt in Helmand kontrollierten. „Kein Distrikt ist in den Händen der Taleban, aber, ja, es gibt Probleme in ein paar Distrikten.“ Bei den Kämpfen handele es sich um „regionale Rivalitäten [zwischen Taleban-Fraktionen] und Verschwörungen von Ausländern.“ Ulumi fügte, mehr realistisch, hinzu, dass es den Taleban auch um die Kontrolle über die Ressourcen der lokalen Opiumindustrie gehe.

Schließlich sagte mein Kabuler Kollege Borhan Osman dem Guardian, dass es so aussehe, als ob die Taleban „so viel wie möglich der Provinz unter Kontrolle nehmen wollen – als militärische Priorität. … Einige Quellen bei den Taleban sagen, sie wollten  Helmand zur Basis für ihre Führung machen, einschließlich von militärischen Kommandeuren. So, könnte Helmand als Startrampe für eine  breitere Kampagne der Taleban dienen.”

Soetwas hatte im Oktober schon der Polizeichef von Kandahar, Abdul Razeq, behauptet. Er hatte auch behauptet, dass die Taleban geplant hätten, nach der Einnahme von Kundus im September ihren Chef Mullah Achtar Muhammad Mansur dorthin zu bringen und mit Medien sprechen zu lassen. Noch Anfang Dezember hatte der afghanische Generalstabschef Gen. Qadam Shah Shahim erklärt, solche Versuche seien „vereitelt“ worden.

 

Mehr Updates am Ende des Textes.

 

Der Kollege Thomas Wiegold vom Blog Augengeradeaus hat recht: Ungeachtet dessen, dass wir zu unserer bevorstehenden Weihnachtspause („die in den Konfliktregionen dieser Welt ja ohnehin keine Rolle spielt…“) gern abschalten, tut er einen „notwendige[n] Blick auf Afghanistan. Er schreibt: In der Provinz Helmand gibt es heftige Kämpfe um die Stadt Sangin – was hierzulande weniger wahrgenommen wird als in Großbritannien, denn dieser Ort hat für den britischen Afghanistan-Einsatz der vergangenen Jahre eine ähnliche Symbolik wie die nordafghanische Stadt Kundus für die Deutschen.“

Das beantwortet schon mal teilweise die erste Frage: Was ist so wichtig an Sangin? Die Kontrolle ist, besonders für die Briten, aber natürlich auch für die afghanische Regierung, von symbolischer Bedeutung. Deshalb wurden auch britische Special Forces, offiziell in einer Beraterrolle, wahrscheinlich zur Koordinierung und Zielfindung von Luftangriffen auf die Taleban, nach Helmand verlegt. Militär-strategisch ist Sangin an sich nicht wichtig.

Spiegel online hat das Städtchen – so würde ich es eher nennen – an „die wichtigste Straße, die Kabul mit Helmands Provinzhauptstadt Lashkar Gah verbindet“, verlegt. Das ist völlig falsch: Sangin liegt in der Nordhälfte von Helmand, und auch nördlich der Ringstraße, die Kabul über Ghazni und Kandahar mit Herat verbindet. Laschkargah liegt südlich davon. Im Grunde genommen gibt es überhaupt keine Straße, die Kabul mit Laschkargah verbindet. Sangin ist an sich eher ein abgelegenes Nest.

Ein britischer Journalist beschreibt Sangin wie folgt (ich war noch nie dort):

Für den außenstehenden Beobachter gibt es wenig, das das schäbige Städtchen (town) Sangin von irgendwo anders in Afghanistan unterscheidet… Eine Ansammlung sonnengetrockneter, mit Lehmmauern umgebender Weiler am Helmand-Fluss, ist seine einzige wirkliche Industrie die Streifen bewässerter Mais- und Granatapfelfarmen, die das ansonsten karge Tal durchziehen. [Sie sind Resultat des seit den späten 1940er Jahren US-finanzierten Helmand/Arghandab-Bewässerungsprojekts.]

Aber dieselben fruchtbaren Felder bringen auch den Opiummohn für Sangins regelmäßig abgehaltenen Opiumbasar hervor, der lokalen Drogenbarone und ihre Taleban-Alliierten [nicht zu vergessen manchen, der mit der Regierung in Kabul, der Karzai-Failie sowie dem Westen verbündet ist] die Antwort des Heroinhandels auf Kolumbiens Kokain-Kartelle. [Erstaunlicherweise, bei aller Gewalt in Afghanistan, aber ohne deren blutige Bandenkriege.]

Über Jahrzehnte wurden Tonnen der Droge in Sangin und umliegenden Städtchen gehandelt, das meiste für den Schmuggel westwärts in die Straßen Europas.

Das wäre Punkt zwei für die Bedeutung Sangins: seine besondere Position im lokalen und landesweiten Drogenhandel; auch eine der wichtigen Schmuggelrouten nordwärts, u.a. in die Provinz Balch, mit ihrer Hauptstadt Masar-e Scharif, dem nahebei stationierten Bundeswehrkontingent im Regionalkommando Nord der neuen NATO-Mission Resolute Support und dem mit deutschen Geld finanzierten neuen Flughafen von Masar…

Nach Medienberichten ist der Ort noch nicht gefallen. Die Polizei in Sangin halte noch aus, sei aber von Taleban-Kämpfern umzingelt.

Strategisch bedeutend wird eine Taleban-Übernahme erst, wenn zu Sangin andere Gebiete kommen. Und das ist der Fall.

Von den insgesamt 14 Distrikten der Provinz steht einer (Baghran, im äußersten Norden) schon seit zehn Jahren unter Taleban-Kontrolle. Zwei weitere unmittelbar südlich (Nausad im Juli und Musa Qala Ende August) folgten; Gegenoffensiven der Regierungstruppen führten zu wenig. Das benachbarte Kadschaki, mit seinem für die Stromversorgung von Kandahar, aber auch Laschkargah wichtigem Wasserkraftwerk, hat nur noch symbolische Regierungspräsenz. Im September wurden dort noch arbeitende britische Ingenieure evakuiert. Zudem kontrollieren die Taleban Gebiete, durch die Stromleitungen von Kadschaki führen – und kassieren Stromgeld. Sie sind also nicht daran interessiert, die Stromversorgung zu unterbrechen, denn das würde sie Einnahmen kosten – aber sie wären natürlich in der Lage, sie zu unterbrechen, falls es militärisch notwendig würde

Sangin, Gereschk und Waschir sind die verbleibenden Distrikte gleich südlich, die nördlich an die große Ringstraße angrenzen. Auch in Gereschk und Waschir wird seit Tagen gekämpft. Die letzten verfügbaren Berichte besagen, dass Gereschk am Sonntag örtlichen Offiziellen zufolge „am Rand des Kollapses“ stand. Waschir war zwei Tage vorher angegriffen worden.

Sollten die Taleban diese drei Distrikte auch einnehmen, kontrollierten – oder zumindest gefährdeten – sie einen etwa 100 km langen Abschnitt der Ringstraße und den Landzugang nach Herat – Laschkargah (auch schon Ziel von Angriffen) brauchen sie eigentlich überhaupt nicht mehr.

Gekämpft wird aber auch im Süden Helmands, in den Distrikten Chaneschin – das die Regierungstruppen wieder zurückeroberten (oder jedenfalls das Distriktzentrum, oder Teile davon) und Mardscha. In Mardscha wurde vor ein paar tagen berichtet, Taleban stünden nur noch einen halben Kilometer vom Gebäude des Distriktgouverneurs und dem Polizeiposten. Chaneschin und Mardscha liegen südlich der Provinzhauptstadt Laschkargah am Helmand-Fluss, und man könnte das als Zangenbewegung gegen sie sehen. Aber vielleicht geht es auch um die Kontrolle wichtiger Drogen-Schmuggelrouten nach Pakistan, die durch das Gebiet führen. Oder beides. (Mehr Analyse zur Bedeutung Helmands hier bei AAN.)

Wenn man nach Laschkargah will, fährt man bis zum Distriktzentrum von Gereschk (auch Nahr-e Seradsch genannt) und biegt dann in Richtung Süden ab. Es gibt auch ein paar Nebenpisten (siehe Foto), die man nicht als Straßen bezeichnen kann. Über Gereschk zu fahren, verbietet sich im Moment wegen der Kämpfe.

Gebet am Abzweig nach Laschkargah, Helmand. Foto: Thomas Ruttig (2005).

Gebet am Abzweig nach Laschkargah, Helmand. Foto: Thomas Ruttig (2005).

 

Wenn mal also nach strategischer Bedeutung in Helmand Ausschau hält, dann sollte man die Lage in Gereschk und natürlich in der Provinzhauptstadt Laschkargah verfolgen. Sollte diese von den Taleban eingenommen werden, wäre das ein „zweites Kunduz“.

Gleichzeitig aber wäre das (noch?) keine Wende im Krieg. Das hinge davon ab, ob es den Taleban gelänge, sich dort festzusetzen – auch in Kunduz haben sie das letztendlich nicht geschafft. Aber der Druck auf die afghanische Regierung und ihre internationalen Verbündeten wird größer. Das hat sich ja schon im Stopp des Truppenabzugs widergespiegelt (hier ein Bericht zur Bundestagsentscheidung; hier zur US-Entscheidung und hier zum NATO-Beschluss).

Den Krieg wird das allerdings nicht entscheiden. Es kann höchstens die Regierungstruppen und ihre Moral stabilisieren.

Aber auch da gibt es gravierende Probleme: in Helmand sollen nur 11.200 der eigentlich gemeldeten 18.000 Soldaten, 4900 der 8000 Polizisten und 1200 der 2420 Angehörigen der milizähnlichen Afghanischen Lokalen Polizei (ALP) wirklich existieren. (In Kabul war aus anderen Quellen auch eine noch niedrigere Zahl zu hören.) Der Rest sind „Geistersoldaten“, denen Sold gezahlt wird, aber die natürlich – weil sie nicht existieren – nicht kämpfen können. Den Sold stecken sich in der Regel ihre Vorgesetzten ein (und wahrscheinlich auch Mitwisser in Kabul) – und die können dann natürlich nicht zugeben, dass sie zu wenig Personal haben. Auch das dürfte es den Taleban erleichtern, Erfolge zu erzielen.

Ein Ausweg wird sich nur politisch-diplomatisch finden lassen (das betonte gerade auch der UN-Sondergesandte Nicholas Haysom vor dem UN-Sicherheitsrat) – auch wenn den Taleban angesichts ihrer Kampferfolge im Moment der Sinn nicht nach Friedensgesprächen stehen wird. Aber wenn sie realistisch sind, würden sie einsehen, dass sie Afghanistan nicht allein – gegen eine große Bevölkerungsmehrheit und die internationale Gemeinschaft – regieren können. Das jedenfalls hofft man.

 

PS1/

Gerade kommt die Meldung herein, dass nach Angaben von Einwohnern die Taleban den Distrikt Gulestan in Farah im Westen erobert hätten. Das wird interessant: handelt es sich um die Mainstream-Taleban oder die Splitterfraktion um Mullah Rassul, die im Westen einigen Anhang hat – sie müsste ja auch zeigen, dass mit ihr zu rechnen ist. Dem zitierten Bericht zufolge kontrollierte die Regierung seit zwei Jahren ohnehin nur noch zwei Dörfer in Gulestan.

Vor drei Tagen sollen sie auch Marawara in der Provinz Kunar im Osten erobert haben. Taleban griffen heute auch Polizeiposten nahe Kunars Hauptstadt Assadabad an.

Gekämpft wird also nicht nur in Helmand. Und auch in Kunduz ist nach wie vor alles andere als ruhig: Ein BBC-Reporter berichtete von dort, dass es „unwahrscheinlich“ sei, dass sich die Lage bald verbessere, denn die Stadt bleibe „an der Frontlinie zwischen afghanischen Regierungskräften und den Taleban“, „sporadische Kämpfe“ hielten „in mehreren Distrikten und Dörfern nahe der Stadt“; siehe auch dieser Tagesschau-Bericht).

PS2/

Laut New York Times vor einigen Tagen soll es auch in Uruzgan, einer weiteren Südprovinz, problematisch aussehen. Aber von dort ist fast nichts zu hören, und der Bericht dürfte übertrieben sein.

PS3/

Apropos Weihnachtspause und Fehlen derselben in Afghanistan: Schon immer hat die afghanische Regierung sich für diese Zeit ein paar Schmankerl vorbehalten – ich erinnere mich nur an die Weihnachten 2003/04, die wir im wesentlichen Zelt der Constitutional Loya Jirga verbrachten. In diesem Jahr geht es endlich mit der Arbeit der Wahlreformkommission los. Aber wie ein freundlicher Twitterer gerade mitteilte, hat das Parlament ­– dessen Sprecher Ibrahimi sich gerade dem quasi- wenn auch nicht ganz so deutlich oppositionellen Mudschahedin-Rat unter der Leitung Sayyafs angeschlossen hat (der Begriff „Partei“ in diesem Bericht ist allerdings unzutreffend) – gerade sowohl das Budget für 2016 (das passiert allerdings alle Jahre) als auch das Präsidenten-Dekret über (zumindest teilweise) Wahlreformen durchfallen lassen. Das wird für Turbulenzen sorgen…

Hat man als Afghanistan-Beobachter nicht auch mal eine Weihnachtspause verdient?

 

Weitere Updates:

Hier kann man ein kurzes Interview von mir zur Lage in Helmand bei ORF-Radio hören, das heute morgen gesendet wurde.

Und hier kommt das Transkript eines Interviews mit dem Schweizer Rundfunk, das gestern lief (hier auch das Audio dazu):

 

Taliban in Süd-Afghanistan auf dem Vormarsch

 

Anmoderation: Die Provinz Helmand steht offenbar kurz vor dem Fall an die Taliban. Afghanistan-Experte Thomas Ruttig glaubt nicht, dass sich die islamistische Miliz sich lange halten wird, betont aber die Wichtigkeit der westlichen Unterstützung.

Thomas Ruttig ist Mitbegründer und Ko-Direktor des «Afghanistan Analysts Networks», eines unabhängigen Think Tank mit Sitz in Kabul und Berlin. Er beschäftigt sich seit den 1980ern mit Afghanistan, er hat über 10 Jahre dort gelebt und gearbeitet.

 

Thomas Ruttig: Die Taliban sind in der Provinz Helmand in diesem Jahr deutlich vorgerückt. Helmand besteht aus 14 Distrikten. Die Taliban kontrollieren drei davon vollständig und mindestens sieben weitere teilweise. Momentan bedrohen sie akut vier weitere Zentren. Dazu gehört auch der Distrikt Sangin, einst eines der wichtigsten Zentren der britischen Truppen, als sie dort noch stationiert waren. Vor allen Dingen wird auch die Provinzhauptstadt Laschkar Gah jetzt gefährdet.

Was würde der Fall der Provinz Helmand an die Taliban strategisch bedeuten?

Das wäre insbesondere ein wichtiger politischer Erfolg für die Taliban. Afghanistan besteht aus 34 Provinzen. Bis jetzt befindet sich keine der Provinzhauptstädte dauerhaft unter der Kontrolle der Taliban. Ende September ist es ihnen gelungen für zwei Wochen in Nord-Afghanistan die Provinzhauptstadt von Kundus einzunehmen. Das war der erste grosse Sieg der Taliban seitdem ihr Regime 2001 durch die westliche Intervention gestürzt worden war.

Laschkar Gah wäre jetzt im Grunde genommen eine Wiederholung von Kundus im eigentlichen Kernland der Taliban in Süd-Afghanistan. Das würde den Krieg aber noch nicht in eine andere Richtung bewegen. Es zeigt nur, dass die Taliban im Moment auf dem Vormarsch sind. Aber Afghanistan insgesamt steht jetzt nicht vor dem Fall. Die Situation ist jedoch durchaus bedrohlich für die afghanische Regierung, weil die Menschen sehen, dass ihr Schutz im Grunde landesweit nicht gewährleistet werden kann. Das kann zur Folge haben, dass die Legitimität der Regierung in Frage gestellt wird.

 

Passiert nun in Helmand dasselbe wie in Kundus?

Vom Ansatz her passiert dasselbe. Die Taliban nehmen die Landgebiete ein und rücken auf die Distriktzentren vor. Afghanistan hat knapp 400 Distrikte, von denen die Regierung bis auf etwa 15 bis 20 alle dauerhaft gehalten hat. Dies zeigt auch, dass die Taliban nicht so stark sind. Aber es geht auch um Prestige. In Afghanistan herrscht eine grosse Verunsicherung. Das Land befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise, was man auch am Anstieg der Flüchtlingszahlen sieht. Insofern wäre der Fall der Provinzhauptstadt Helmands ein zweites Kundus. Aber die Taliban wären auch dort kaum in der Lage, die Stadt über längere Zeit zu halten. Das eigentliche Problem ist, dass sie in den ländlichen Gebieten präsent bleiben, was im Westen keine grosse Beachtung findet.

Präsident Aschraf Ghani hat nach seiner Wahl vor einem Jahr versprochen, er wolle sich für die Sicherheit und den Schutz der Menschenrechte einsetzen. Dies scheint ihm aber nicht so recht zu gelingen.

Ja, die Sicherheitssituation hat sich verschlechtert. Dies hat neulich auch das US-Verteidigungsministerium gesagt. So ist der Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan immer noch nicht vollzogen. Amerikanische und britische Spezialtruppen unterstützen die afghanischen Truppen in Helmand. Es ist nach wie vor wichtig, dass dort solche Hilfe geleistet wird. Alleine sind die afghanischen Sicherheitskräfte nicht in der Lage, die Taliban zurückzudrängen. Selbst wenn es den Regierungstruppen gelingen wird Helmand zu halten, heisst das nicht, dass es in einer anderen Provinz genau so weiter geht.

Frieden ist in Afghanistan also noch lange nicht in Sicht?

Nein, leider nicht. Friedensverhandlungen mit den Taliban sind immer wieder angestossen worden. Präsident Aschraf Ghani war kürzlich in Pakistan und hat versucht, die Regierung dazu zu bringen, die Taliban an den Verhandlungstisch zu holen.

Pakistan unterstützt die Taliban, obwohl dies offiziell abgestritten wird. Aber auch hier gibt es keinen wirklichen Fortschritt. Im Zuge der militärischen Erfolge wollen sich die Taliban auch nicht unbedingt an den Verhandlungstisch setzen, sondern erst einmal versuchen, ihre militärische Stärke zu festigen. Aber sicherlich gibt es auch bei den Taliban die Einsicht, dass man nicht um Verhandlungen herum kommen wird. Ein absoluter Sieg der Taliban ist höchstwahrscheinlich ausgeschlossen und das heisst, dass man irgendwann verhandeln muss.

Das Gespräch führte Salvador Atasoy

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