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Schon mindestens das vierte erhebliche Erdbeben in der zweiten Jahreshälfte 2015 ereignete sich um 23.44 Uhr (Ortszeit) in der Nacht zum (bei uns) zweiten Weihnachtsfeiertag in der afghanisch-pakistanisch-tadschikischen Grenzregion.

Todesopfer wurden bisher glücklicherweise nicht berichtet, aber wieder wurden viele Menschen verletzt. In Kabul stürzten Einwohner trotz nächtlichen Frosts auf die Straßen, meldete der afghanische Sender Tolo TV. In der Nacht waren die Temperaturen in Kabul bis auf -2 Grad gefallen.

Laut Meldungen auf Twitter bebte auch in Delhi die Erde, aber nicht so stark wie bei dem starken Beben Ende Oktober d.J. Damals waren in den Provinzen Kunar, Nuristan, Nangrahar, Badachshan, Tachar und Baghlan sowie drei weiteren Provinzen mindestens 115 Menschen umgekommen und über 556 weitere verletzt worden. 7630 Häuser wurden zerstört, 20 Moscheen und 9 Regierungsgebäude.

Das Epizentrum lag erneut in der Provinz Badachschan, aber diesmal im Distrikt Ischkaschim, 40 Kilometer west-südwestlich des Distriktzentrums, so der U.S. Geological Survey.

Als einzige afghanische Nachrichtenagentur berichtete Pajhwok bisher mehr Einzelheiten. Demzufolge seien allein in Badachschan 280 Häuser zerstört worden – 230 davon allein im Gebiet von Du-Pul im Distrikt Sebak. Um Schäden aufzunehmen, wurden Teams in die Distrike Sebak, Schughnan, Ischkaschim und Wachan entsandt, alle im Pamir im Nordosten Badachschans.

Mit diesen Fotos illustrierte Pajhwok seinen Bericht. Es ist aber nicht klar, ob alle von heute nacht stammen.

Mit diesen Fotos illustrierte Pajhwok seinen Bericht. Es ist aber nicht klar, ob alle von heute nacht stammen.

 

Hier aus dem Bericht des für Pakistan und Afghanistan zuständigen dpa-Büros in Islamabad, via Berliner Zeitung, etwas umgestellt:

 

Dutzende Verletzte nach schwerem Erdbeben in Afghanistan

In Afghanistan bewegte sich die Erde fast eine Minute lang, berichteten Augenzeugen in der Nacht. Tausende Menschen rannten auf die Straßen, auch getrieben von ihren Erinnerungen an das jüngste Beben Ende Oktober. Bei den Erdstößen der Stärke 7,5 waren damals in Afghanistan und Pakistan um die 400 Menschen ums Leben gekommen.

Laut dem Erdbebeninformations-Programm des Deutschen Geoforschungszentrums (GFZ) Potsdam erreichte das Beben eine Stärke von 6,3. Sein Ursprung lag rund 80 Kilometer südwestlich der Stadt Faisabad in der Provinz Badachschan in 204 Kilometern Tiefe.

Weil das Epizentrum des Bebens im gebirgigen Norden Afghanistans lag und dort in einigen Gebieten Schnee und Schlamm die Straßen blockieren, könnten Schäden oder die Zahl der Opfer aber auch erst nach Tagen bekanntwerden, hieß es von den Behörden.

Der afghanische Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah setzte für Samstagmorgen ein Krisentreffen mit der Katastrophenbehörde an. Deren Sprecher, Omar Mohammadi, sagte, dass Teams in die vier am stärksten betroffenen Nordprovinzen Badachschan, Baghlan, Tachar und Kundus geschickt worden seien. „Bisher haben wir den Eindruck, dass die Schäden nicht so schwer sind und kein Grund zu großer Sorge besteht.“ In einem Dorf in Baghlan seien vier Häuser von einer durch das Beben ausgelösten Schlammlawine zerstört worden. Es sei niemand verletzt worden.

Der Leiter der Gesundheitsbehörde in der weiter südlich gelegenen Provinz Nangrahar, Nadschib Kamawal, sagte, „Wir hatten zwölf leicht verletzte Patienten heute Nacht. Zehn haben wir wieder entlassen können.“

Radio Pakistan meldete, in den grenznahen pakistanischen Bezirken Peshawar und Hangu seien 56 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Der gesamte dpa-Bericht hier.

Weitere Updates folgen entsprechend Meldungslage.

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