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Dieser Artikel erschien 2011 als Kapitel in dem Buch Der Taliban-Komplex: Zwischen Aufstandsbewegung und Militäreinsatz, hg. von Conrad Schetter und Jörgen Klußmann, Campus-Verlag. Ich veröffentliche es hier aus gegebenem Anlass der Diskussionen, wie es nach dem Tod von Mulla Omar mit den Taleban weitergehen wird, da es einen nach wie vor gültigen Einblick in die Entstehungsgeschichte und –gründe sowie Strukturen und Ideologie der afghanischen Taleban gibt. Ergänzungen habe ich wie immer [in eckigen Klammern] hinzugefügt.

(Anmerkung: Die Quellenangaben in den Fußnoten sind Kürzel; vollständige Literaturangaben am Ende des Textes.)

Dies ist Teil 1, Fortsetzung folgt.

Die weiße Flagge der Taleban mit der Kalema, dem Glaubensbekenntnis.

Die weiße Flagge der Taleban mit der Kalema, dem Glaubensbekenntnis.

 

 

Elastisch und stabil: Organisationsstrukturen und Ideologie der afghanischen Taleban

[Teil 1]

Thomas Ruttig

 

Drei eng miteinander verbundene Ereignisse haben im Jahr 2010 die Entwicklung der Taleban sowie die Vorgänge in Afghanistan insgesamt erheblich beeinflusst: die erneute Änderung der US-amerikanischen Strategie, die seither verstärkt wieder auf kill-or-capture-Operationen gegen Aufständische setzt[1], die von einer Welle sensationeller Berichte begleitete Belebung von Kontakten mit den Aufständischen sowie die Verhaftung des Taleban-Operativchefs [und Stellvertreters von Mulla Omar] Mulla Baradar [eigentlicher Name: Mulla Abdul Ghani] in Pakistan im Februar 2010.

Die USA verfolgen derzeit erklärtermaßen eine Doppelstrategie. Ihr Oberkommandeur in Afghanistan „schießt mehr, (…) aber er redet auch mehr“.[2] Wobei „Reden” hier „verhandeln” mit den Taleban bedeutet beziehungsweise dies zumindest zu ermöglichen. In Folge der kill-or-capture-Strategie wurde im Jahr 2010 in der Tat eine große Anzahl vor allem mittelrangiger Taleban-Kommandeure ausgeschaltet. Nach US-amerikanischen Angaben wurden zwischen Mitte Mai und Mitte August 350 Kommandeure der Aufständischen entweder getötet oder gefangengenommen. Im September wurden NATO-Angaben zufolge „114 Aufständische getötet und über 438 Verdächtigte festgenommen (…), unter ihnen über 105 Haqqani- und Taleban-Angehörige“. Ende Oktober war von 15 ausgeschalteten Schattengouverneuren die Rede.[3] Daneben wird gegenwärtig eine Welle von Berichten erzeugt, die die Erwartungen nähren, dass sich eine politische Lösung mit den Taleban anbahnen könnte. Barack Obama weiß, dass er nur dann wiedergewählt wird, wenn er außenpolitische Erfolge vorweisen kann. Um dies vorzubereiten, müssen schon jetzt sichtbare Erfolge her – selbst wenn diese auf dem Papier „hochgeschrieben“ werden müssen. Ziel ist es, noch vor der Präsidentenwahl Ende 2012 einen Großteil der US-Truppen aus Afghanistan abzuziehen.

Gleichzeitig hat Islamabad mit der Verhaftung Mulla Baradars ein de-facto-Vetorecht in Gesprächen mit den Taleban und damit seinen Anspruch auf erhebliche Mitsprache in Sachen der künftigen Entwicklung Afghanistans geltend gemacht.

 

Die Elemente der afghanischen Aufstandsbewegung

Die Aufstandsbewegung in Afghanistan ist ein komplexes Gebilde, das organisatorisch nicht allein auf die „Taleban“ reduziert werden kann. Die Ursachen für die Entstehung der Bewegung und die Motive der Beteiligten sind vielfältig. Es wäre außerdem verfehlt, die Bewegung auf ihr terroristisches Erscheinungsbild zu reduzieren; „Terrorismus“ und asymmetrische Kriegführung sind lediglich taktische Mittel.

Organisatorisch besteht die afghanische Aufständischen-Bewegung aus sieben bewaffneten Gruppierungen unterschiedlicher Provenienz, deren gegenseitiges Verhältnis variiert. Die Islamische Bewegung der Taleban [das ist die ursprüngliche Eigenbezeichnung; seit Jahren verwendet sie allerdings nur noch „Islamisches Emirat Afghanistan“, auch um ihre Regierungsansprüche zu unterstreichen] ist darunter die mit Abstand stärkste, am besten organisierte und flächenmäßig einflussreichste Gruppierung. Seit 2001 zunächst reorganisiert und dann kontinuierlich gewachsen, ist sie seit 2009 mit Operationen sowie Strukturen einer Parallelregierung in allen 34 Provinzen des Landes präsent.

Zweitstärkste Gruppe unter den Aufständischen ist die Islamische Partei Afghanistans (Hezb-e Islami-ye Afghanistan), geführt von Gulbuddin Hekmatyar, die organisatorisch völlig eigenständig ist. Alle anderen Gruppierungen gehören zur Taleban-Bewegung.

[Neben den Taleban und der Hezb-e Islami werden oft die Netzwerke der Haqqani und der Mansur-Familien in Südost-Afghanistan, die Tora Bora Jihad-Front (De Tora Bora Jehadi Mahaz) von Anwar-ul-Haq Mujahed in Nangrahar (Ostregion) sowie kleinere Salafistengruppen in den Provinzen Kunar und Nuristan (ebenfalls im Osten).[4] Die Haqqani- und Mansur-Netzwerke sowie die Tora-Bora-Front waren jedoch von Anfang an organisatorischer Bestandteil der Taleban. Die Salafisten schlossen sich erst Anfang 2010 per Treueeid (baya) offiziell an. Damals, um 2010, als neues, aber wohl nur zeitweiliges Phänomen kamen dazu lokale Ex-Mujahedin-Gruppen, die (oder zumindest ihrer Führer) nach 2001 von der Macht entfernt worden waren, deshalb Waffen gegen die neue Regierung ergriffen und zum Teil Taleban-ähnliche Sprache und Verhalten an den Tag legten. Einige davon dürften in der Folgezeit ins rein kriminelle Milieu abgedriftet sein, andere sich tatsächlich den Taleban angeschlossen, weitere als Milizen auf die Regierungsseite zurückgekehrt sein.][5]

Die Frage, über wie viele Kämpfer die Aufständischen insgesamt bzw. die Taleban verfügen, kann nur schwer beantwortet werden. Es gibt eine Grauzone zwischen relativ wenigen Vollzeit- und einer größeren Zahl von Teilzeitkämpfern. Diese Differenzierung berücksichtigend, liegt wohl Generalmajor Richard Barrons, der frühere stellvertretende Leiter einer ISAF-Zelle, der sich mit der „Reintegration” von Taleban-Kämpfern befasst, sehr nahe an der Wahrheit: „Es gibt zwischen 25.000 und 36.000 Leute, die sich selbst Kämpfer nennen würden. (…) Es sind möglicherweise 900 in der Führung, von sehr niedrigen bis zu sehr hohen [Führern] zählend.”[6]

 

Herkunft der Taleban und Motive ihres Comebacks nach 2001

Eine Diskussion der afghanischen Aufstandsbewegung[7] sollte von ihren Ursachen ausgehen, nicht von den Akteuren. Motive bewegen Akteure, nicht umgekehrt. Dazu gehört auch ein Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Taleban-Bewegung.

Die Talebin-Bewegung entstand Mitte der 1990er Jahre als eine Reaktion auf die Missherrschaft der 1992 gebildeten Mudschahedin-Regierung unter Burhanuddin Rabbani, offiziell als Islamischer Staat Afghanistan (ISA) bezeichnet. Unter ihr kam es zwischen 1992 und 1996 zu einer neuen Runde des interfraktionellen Bürgerkrieges. Die Staatsordnung kollabierte und die bis dahin mehrheitlich mit ihnen sympathisierende Bevölkerung kehrte sich weitgehend desillusioniert von den Mudschahedin-Parteien ab, die damit ihre im Befreiungskampf gegen die Sowjets erworbene Legitimation verloren. Die Afghanen wurden empfänglich für eine Alternative, die Sicherheit und Ordnung versprach und striktes islamisches Recht durchsetzen wollte.

Die Taleban-Bewegung hat ihre Ursprünge in den verschiedenen Taleban-Fronten der 1980er Jahre, über die Augenzeugen aus den Provinzen Zabul, Kandahar, Uruzgan, Kunar und Badghis berichteten.[8] Sie bildeten jedoch noch keine einheitliche Bewegung, sondern kämpften im Rahmen verschiedener Mudschahedin-Parteien. Erst 1994 schlossen sie sich zu einer eigenständigen Bewegung zusammen.

Die Bewegung der Taleban startete 1994 als eine lokale Initiative in der Region von Kandahar. Sie wurde jedoch auch außerhalb ihres Herkunftsgebietes von der kriegsmüden Bevölkerung willkommen geheißen. Das verlieh der Bewegung Schwung und verwandelte sie früh in eine politische mit landesweitem Anspruch. Dies trotzdem sie lange nicht die Schwelle zwischen Paschtunen und Nicht-Paschtunen überwinden konnte und sich in nichtpaschtunischen Landesteilen bisweilen wie eine Besatzungsmacht aufführte, Kriegsverbrechen inklusive.

Die ersten Taleban-Kämpfer wurden unter den Schülern der Koranschulen, den madrassas, und Moscheen in Afghanistan und Pakistan rekrutiert. Diese Studenten wurden traditionell taleban[9] genannt, sie gaben der Bewegung ihren offiziellen Namen: Islamische Bewegung der Taleban (De Talebano Eslami Ghurdzang or Tehrik). 1998 kontrollierte die Bewegung, die 1996 auch die Hauptstadt Kabul eingenommen hatte, fast das gesamte Land, mit Ausnahme des Pandschschir-Tals, Badachschans und Teilen von Tachar. Schon Ende 1997 hatte die Bewegung in Kandahar das Islamische Emirat Afghanistan (IEA) proklamiert, mit Mulla Muhammad Omar als geistigem Führer (amir ul-mu’menin oder „Oberhaupt der Gläubigen”) und damit de facto Staatsoberhaupt. Unter diesem Etikett tritt die Bewegung auch heute regelmäßig auf, um ihren Anspruch deutlich zu machen, nach wie vor die rechtmäßige Regierung Afghanistans zu sein, die 2001 nur durch eine illegitime Militäraktion gestürzt worden sei. In seiner Erklärung zum diesjährigen 9/11-Jahrestag sprach Mulla Omar von einem „illegitimen Krieg (…) unter dem Vorwand der Revanche für die September-Ereignisse“.[10]

Von entscheidender Bedeutung für den Wiederaufschwung der Taleban-Bewegung nach 2001 waren die zunehmend schlechte, korrupte Regierungsführung der Karzai-Administration und ihre gerade in Kernregionen des Südens zum Teil rabiate Ausschlusspolitik, oft entlang tribaler Grenzen. Hier waren 2001 relativ breite Stammeskoalitionen entstanden, die die neue Administration gegen die Taleban unterstützten (und diese zum Teil einbanden), zumal sie von einem der ihren geführt wurde – von Hamed Karzai, einem südlichen Paschtunen vom Stamm der Popalzai, zudem Sohn des populären früheren royalistischen Vizesprechers des Parlaments.

Doch Karzais auf den eigenen Stamm konzentrierte Personalpolitik führte dazu, dass diese Koalitionen schnell zerbrachen und sich auf lokaler Ebene starke Männer etablierten, die die politische Macht und den Zugang zu Ressourcen monopolisierten. Einige von ihnen gehören entweder selbst zur Karzai-Familie oder verfügen über engste Bande zu ihr, was sie zusätzlich gegen Ablösung schützt.[11] Überdies können sie sich auf die – bisweilen auch militärische – Hilfe der USA stützen. Vor allem auf die Hilfe der US-Spezialkräfte, die ihr Mandat, die „Zentralregierung“ zu unterstützen, in eine Quasi-Allianz mit den örtlichen Machthabern uminterpretierten – insbesondere wenn diese ihre Gegner zu Taleban abstempelten. Dies trieb viele der Ausgeschlossenen tatsächlich in die Arme der Aufständischen. Andere schlossen sich an, nachdem alliierte Luftangriffe eine hohe Zahl ziviler Opfer verursacht hatten. Die örtliche Bevölkerung fand dafür einen treffenden Begriff: majburi Taleban (dt.: Zwangs-Taleban)[12] – im Gegensatz zu den maktabi Taleban (dt.: Schul- oder ideologische Taleban).

Der zweite Hauptfaktor für die Wiederkehr der Taleban ist eine in beinahe allen Dimensionen fehlgeleitete Politik des Westens. Dazu zählen die jahrelange unkritische Unterstützung für die Karzai-Regierung auch auf zentralstaatlicher Ebene, die strategische Entscheidung der USA, zunächst keine große Zahl an Bodentruppen außerhalb Kabuls zu stationieren – der so genannte „leichte [militärische] Fußabdruck“ –, die Wiedereinbindung der von den Taleban aus dem Land gejagten Warlords in die neuen, „demokratischen“ Institutionen und damit deren Entwertung sowie die mangelnde Aufsicht über die Milliarden von Aufbaugeldern. Diese sollten das Leben der Bevölkerung verbessern, fachten letztlich aber vor allem die Korruption weiter an und heizten Konflikte auf subnationaler Ebene an.[13] Dies schuf ein moralisches sowie ein operatives Vakuum, in das die Taleban hineinstoßen konnten.

Im Ergebnis schlug die beinahe uneingeschränkte Zustimmung der Afghanen zum Eingreifen des Westens nach den Terrorangriffen des 11. September 2001 in eine akut um sich greifende Ablehnung um. Immer mehr Afghanen – auch viele die den Taleban ablehnend gegenüber stehen und anfangs das internationale Engagement unterstützten – betrachten ihr Land heute als besetzt. Dazu trug unter anderem bei, dass die einseitige westliche Unterstützung Karzais während der beiden ersten Wahlzyklen 2004/2005 und 2009/2010 den demokratische Prozess überdeutlich manipulierte und eine „meistbegünstigte” Gruppe von Afghanen schuf, die sich zunehmend außerhalb des Gesetzes stellte und stellt. Im Schatten dieser Entwicklung breitet sich bis heute eine anti-westliche Stimmung aus, die nicht nur den Taleban in die Hände spielt, sondern auch von den Islamisten im Karzai-Lager populistisch instrumentalisiert wird, um ihre Positionen zu behaupten.

In einigen entlegenen Gebieten Afghanistans hatten die Taleban ohnehin niemals ihre Waffen niedergelegt. Dazu gehört ein relativ geschlossenes Gebiet, dass sich von Pasaband in der Provinz Ghor über Nord-Helmand und West-Uruzgan (hier wurden sowohl Mulla Omar als auch Mulla Baradar geboren) bis in den Norden Kandahars erstreckt. In Helmand begann die Reorganisation der Taleban-Bewegung „innerhalb von sechs Monaten nach der US-Invasion“.[14] Im Februar 2003 gab Mulla Omar sein erstes Kommuniqué seit dem Machtverlust im Dezember 2001 heraus, in dem er bereits die Themen setzte, die in den folgenden Jahren die Taleban-Außendarstellung dominieren sollten: Er appellierte an die „muslimische Mudschahed-Nation“ Afghanistan, sich zu einem neuen Dschihad zu erheben, diesmal gegen die US-geführten Koalitionstruppen, beschrieb die Karzai-Administration als „ungläubiges Marionetten-Regime“ und Afghanistan, in Anspielung auf die zurückgekehrten Warlords, als „geteiltes Land mit verschiedenen Machtzentren“, was eine „Rückkehr“ der Drogenproduktion ermöglicht habe.[15] Es dauerte jedoch noch bis 2005, bis die Mehrheit der alten Garde der Taleban – auf der Führungsebene wie auf der Ebene der Feldkommandeure – beschloss, „gegen die Regierung Position zu beziehen“[16]. Bis dahin hatte es wiederholt Versuche gegeben, sich am politischen Prozess zu beteiligen. Die landesweite Zunahme von Verhaftungen früherer Taleban-Funktionäre, die sich bis dahin aus dem Kampf herausgehalten hatten, durch US-Truppen sowie durch den von der früheren Mudschahedin-Nordallianz dominierten afghanischen Geheimdienst dürfte dafür ausschlaggebend gewesen sein.

Signifikant ist, dass anti-westliche Gefühle und das Empfinden, als Muslime unterdrückt zu werden, eine ideologische Brücke zwischen den Taleban sowie früheren Mudschahedin-Führern in der heutigen Kabuler Allianz, in großen Teilen der islamischen Geistlichkeit sowie in von ihnen beeinflussten Bevölkerungsschichten – vor allem in den Minderheiten Nord- und Zentral-Afghanistans sowie in der städtischen Jugend[17] – bilden können. Bereits im Mai 2007 wandte sich Mulla Omar mit dem Aufruf an die so genannten Dschihad-Führer, „gemeinsam Afghanistan aus den Händen der ungläubigen Amerikaner zu befreien”. Später im gleichen Jahr appellierte er an „alle Afghanen, besonders jene Brüder, die sich am Widerstand gegen die Russen beteiligt haben“: „Kommt und lasst uns eins werden“. Anfang 2008 antwortete der Sprecher der oppositionellen Nationalen Front (NF): „Unsere beiden Seiten sind Muslime, beide Seiten sind Afghanen, und beide Seiten sind unzufrieden mit der Vorstellung der Regierung“.[18] NF-Chef Burhanuddin Rabbani, von 1992 bis 1996 afghanischer Interimspräsident und nun seit kurzer Zeit Vorsitzender des neugeschaffenen Obersten Friedensrates, der Gespräche mit den Talebin anbahnen soll, zog mit der Erklärung nach, dass „die Türen für Gespräche“ und „Mudschahedin für Verständigung und Verhandlungen immer offen“ seien.[19] Sollte eine solche Allianz entstehen, blieben für den Westen in Afghanistan nicht mehr viele Verbündete übrig.

 

Die Ideologie der Taleban

Bereits die Selbstbezeichnung als „Taleban“ deutet auf das primär religiöse Selbstverständnis der Bewegung hin, das weder Stammes-, noch ethnische oder Sprachgrenzen anerkennt. Dies reflektiert den orthodoxen, konservativen Islam der hanafitischen Schule (mazhab), dem die meisten sunnitischen Afghanen anhängen.[20] Mulla Omar erklärte 2008: „Unsere Religion verpflichtet uns, an keinerlei Aktivität teilzunehmen, die mit Vorurteilen auf der Basis von Ethnizität zu tun hat. Das einzige Band, das uns verbindet, ist das Band des Islam.“[21] Auch der Taleban-Verhaltenskodex vom Mai 2009 legt fest, dass die „Mudschahedin sich ethnischer (qaumi), linguistischer und lokaler (watani) Diskriminierung enthalten sollen“.[22]

Die Taleban-Ideologie ist jedoch alles andere als eindeutig und, jedenfalls nach außen, theologisch nicht sehr differenziert. Dies entspricht dem klassisch-islamistischen Slogan, der Islam sei „der (einzige) Weg“, und der Auffassung, dass mit dem Koran, den überlieferten Taten des Propheten Muhammad als islamischer Tradition (sunna) und seinen Äußerungen (hadith) schon alles gesagt sei. Laut Bernt Glatzer zeigt sich bei näherem Hinsehen in der Taleban-Ideologie aber eine „eklektizistische ad-hoc-Mischung“ voller Widersprüche, Brüche, Lücken, Neuerungen und höchst eigenwilliger Auslegungen“.[23] Elemente literalistischer (kalami) sunnitischer Provenienz – übernommen von Salafisten, Wahhabisten und Deobandis[24] – und „moderne“ radikal-islamistische („dschihadistische“) Interpretationen verbinden sich mit solchen aus dem paschtunischen Stammeskodex, dem paschtunwalay. Es herrscht eine dualistische Weltsicht mit einer strikten Trennung in „Gut” und „Böse” sowie Gläubige und „Ungläubige”; der Dschihad wird als sechste individuelle religiöse Pflicht eines jeden Moslems betrachtet und das Prinzip des takfir, der Exkommunizierung von Muslimen, die nicht denselben Vorschriften folgen, praktiziert.[25] Dieser rigorose, ideologische Mix war bereits den Mudschahedin von Deobandi-Mullas gepredigt worden, die auf Initiative des ISI während der Militärdiktatur Zia-ul-Haqs in die pakistanische Armee integriert worden waren.

Grundlage dieser Theologie sind dabei nicht die traditionellen Werte der paschtunischen Dorfgemeinschaft, sondern vielmehr Werte,die den Bewohnern der Flüchtlingslager bzw. den Schülern der madrassa als solche vermittelt werden. Denn die meisten von ihnen haben niemals das gewöhnliche Dorfleben kennengelernt, das die Taleban jetzt durchsetzen wollen.[26]

Es ist jedoch unklar, inwieweit eine theologische Debatte unter den Taleban oder ihren ulema [27] tatsächlich stattfindet. Während die religiösen Gelehrten theoretisch eine bedeutende Stellung im Taleban-Emirat einnahmen, zeigten sie sich in der Praxis nicht sonderlich aktiv im Entscheidungsprozess. In der Konsequenz gab es wohl nur einen kleinen Zirkel wirklich einflussreicher Berater (wahrscheinlich auch pakistanische ulema). Der ulema-Rat des Emirats war wohl eine reine Zustimmungsmaschine, und auch der derzeit bestehende tritt offiziell nicht in Erscheinung. Einer der Gründe dafür ist wohl, dass die Taleban-Führer und -Kommandeure oft selbst geistliche Ränge (wenn auch niedrige, das heißt als Mulla oder seltener als maulawi) bekleiden und religiöse Expertise beanspruchen.

Auf jeden Fall steht die Tür seit einiger Zeit auch für pragmatische Anpassungen offen, wie die Positionsänderung Mulla Omars gegenüber den Schiiten in einer Botschaft aus dem Jahr 2006 bewies: „Alle Muslime verschiedener Konfessionen sind Brüder und es existiert kein Unterschied zwischen ihnen.“[28] Aus bestimmten Regionen Afghanistans wird berichtet, dass der Rigorismus der Taleban in Sachen Musik- und Fernsehverbot oder Bartgebot nachgelassen habe.

Sich auf „den Islam” als Programm und Ideologie stützend, haben die Taleban niemals ein politisches Manifest veröffentlicht. Sie verfügen auch nicht über einen politischen Flügel wie Guerilla-Bewegungen in Nordirland, dem Baskenland oder unter Sri Lankas Tamilen. Versuche zur Gründung einer Partei „moderater Taleban“ wurden in Afghanistan – vor allem unter US-Druck – zunächst blockiert, später hingegen von den USA angeregt, aber von den vorgesehenen Protagonisten abgelehnt.[29]

In der Praxis bestand das Programm der Taleban zunächst auch nur aus zwei Punkten: eine „wahrhaft islamische Ordnung“ herzustellen und alle anderen Gruppen zu entwaffnen, die den Islam „verraten“ hatten. (Die Taleban betrachteten sich in den Fraktionskämpfen als “neutral”.) Dies genügte, um die des politischen Chaos der 1990er Jahre müden Afghanen zu überzeugen. Hinzugekommen ist mittlerweile die Forderung nach einem Abzug der ausländischen Truppen. In einer Erklärung Mulla Baradars vor seiner Verhaftung hörte sich das wie folgt an: „Wiedergewinnung der Freiheit, der Autorität [des Emirats] und (…) der islamischen Souveränität“ für „unsere muslimische Nation“ [i.e. Afghanistan] durch „vollständigen und bedingungslosen Abzug” der ausländischen Truppen; Bildung einer „wirklich repräsentativen islamisch-afghanischen Administration, basierend auf der Zustimmung unseres Volkes“ und „eine Politik gegenseitigen Respekts und der Nichteinmischung mit allen Ländern der Welt“. Besondere Aufmerksamkeit werde dem Bildungssektor zukommen, „so weit unsere finanziellen Resourcen es uns erlauben“.[30] Agha Jan Mu’tassem, bis 2009 Vorsitzender des Politischen Komitees der Bewegung, erklärte, dass „eine afghanische Strategie” für das künftige (Regierungs-)System des Landes „in Konsultation mit allen afghanischen Gruppen“ gefunden werden solle, bekräftigte jedoch, dass das Emirat wiedererrichtet werden müsse: „Das Islamische Emirat fordert, das Land zu beherrschen, um in ihm ein (…) islamisches System zu errichten“.[31]

Dabei haben die afghanischen Taleban immer wieder ihre Distanz zur al-Qaida deutlich gemacht. Taleban-Sprecher Zabihullah Mujahed erklärte kurz und bündig, das die Taleban „eine Sache“ seien „und al-Qaeda eine andere. Sie sind global[,] wir nur in den Region”.[32]

In der Tat verfolgen beide Organisationen verschiedene Agenden. Die Taleban wollen ihr eigenes Land befreien und zeigen bisher weder verbal noch in ihrer Praxis jegliches Interesse, den Dschihad weltweit zu verbreiten. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen – und außer in den pakistanischen Stammesgebieten –, sind Afghanen oder die afghanischen Taleban nicht außerhalb der afghanischen Grenzen aktiv, kooperierten nicht aktiv mit den islamistischen Bewegungen in Mittelasien (dass sie IMU-Kämpfer in Operationen in Afghanistan einbinden ist etwas anderes) und scheinen sich sogar weiterhin an die mit China Ende der 1990er Jahre getroffene Abmachung zu halten, nicht die uighurischen Separatisten zu unterstützen. Afghanistans Taleban traten auch nicht der „Weltweiten Islamischen Front für Dschihad gegen die Juden und Kreuzfahrer” bei, die Osama bin Laden im Februar 1998 in Afghanistan mit Gruppen aus Bangladesh, Ägypten und Pakistan gründete. Damals ermahnte Mulla Omar den al-Qaida-Führer sogar, sich jeglicher politischer Tätigkeit zu enthalten, während er „Gast“ der Taleban sei.

In dschihadistischen Begriffen konzentriert sich al-Qaida weltweit auf den „fernen Feind” – die USA –, während die Taleban ihren „nahen Feind“ bekämpfen, nämlich die afghanische Regierung und deren Verbündete in Afghanistan; sie gehen nur dann gegen den „fernen Feind“ vor, solange dieser ihr „muslimisches Territorium“ besetzt.[33]

Das Verhältnis zwischen Taleban und al-Qaida ist eher eine symbiotische Interessenallianz, die auf Seiten der Taleban eher taktisch-logistisch verstanden wird, während al-Qaida strategische Interessen verfolgt. Al-Qaida versucht, lokale Konfliktlagen auszunutzen, um „nationale” islamistische Bewegungen zu kooptieren, zu instrumentalisieren und gegebenenfalls auch zu „übernehmen“. Deshalb schwor Osama auch Mulla Omar Gefolgschaftstreue (bayat),[34] nicht umgekehrt. Auch nach 2001 erklärte al-Qaida: „[W]ir stehen unter dem Kommando des Islamischen Emirats und der Feldkommandeure des Islamischen Emirats“.[35] Dies verdeutlicht auch das reale Machtverhältnis zwischen beiden Bewegungen: Al-Qaida braucht die Taleban mehr als diese al-Qaida.

(Teil 2 folgt)

 

[1] David H. Petraeus, der US-Oberkommandierende in Afghanistan und Begründer der neuen Aufstandsbekämpfungsdoktrin, der zufolge sich die USA „nicht aus Afghanistan heraustöten“ könne, hat diese Kernerkenntnis bereits wieder über Bord geworfen.

[2] Ignatius, „Diplomacy with a punch; Petraeus rewrites the manual again“, Washington Post, 19.10.2010, S. 15.

[3] „114 rebels killed, 438 held in Sept.”, in: Pajhwok News Agency (Kabul), 1. Oktober 2010; Joshua Partlow, „U.S. strikes at the heart of Taleban leadership”, Washington Post, 24.10.2010, S. 1. Das scheint nicht nur Provinz-, sondern auch Distriktschattengouverneure einzuschließen; Afghanistan hat 34 Provinzen und etwa 400 Distrikte.

[4] Offizieller Name der größten Salafisten-Gruppe: Jama’at al-Dawa ala-l-Quran wa-l-Sunna (Gesellschaft für Mission für Koran und Sunna). Sie und eine weitere Gruppe etablierten bereits zwei islamische Ministaaten in Nuristan und Kunar in den 1980ern. Inzwischen ist die Jamaat als politische Partei in Kabul registriert. Siehe auch: Thomas Ruttig, On Kunar’s Salafi Insurgents, AAN, 14.1.2010.

[5] [Mehr zu den anderen aufständischen Gruppen siehe u.a.: Thomas Ruttig, The Other Side. Dimensions of the Afghan Insurgency: Causes, Actors – and Approaches to Talks, AAN, Juli 2009, sowie zahlreiche Beiträge zur Hezb-e Islami auf der AAN-Webseite. Zum Haqqani- und Mansur-Netzwerk: Ruttig, Thomas, „Loya Paktia’s Insurgency: The Haqqani Network as an Autonomous Entity in the Taleban Universe“, in: Antonio Giustozzi (Hg.), Decoding the New Taleban. Insights from the Afghan Field, London, 2009]

[6] Starkey, „Major-General Richard Barrons puts Taliban fighter numbers at 36,000”, 3.3.2010.

[7] Ich verwende Kilcullens Definition: „an organized movement that aims at overthrowing the political order within a given territory, using a combination of subversion, terrorism, guerilla warfare and propaganda“; Kilcullen, The Accidental Guerrilla, S. 12

[8] „Taleban schon seit 1985/86?”, in: Mahfel (Berlin) Nr. 45 (März/April 1995), S. 5, zit. nach The News (Pakistan), 3. März 1995; Lamb, The Sewing Circles of Herat, S. 51ff.; Zabulwal, „Taleban in Zabul”, S. 181; Roy, „Die Taleban-Bewegung in Afghanistan“, in: Mahfel (Berlin) Nr. 45 (März/April 1995), S. 8.

[9] Hier wird zwischen taleban (oder taleban ul-elm: „Schüler der [islamischen] Wissenschaften”), mit einem kleinen ‚t’, das heißt Madrassa-Schülern generell, und den Taleban mit einem großen ‚T’, den Mitgliedern der Taleban-Bewegung, unterschieden.

[10] „Statement of the Islamic Emirate of Afghanistan Regarding the Anniversary of the 9/11 Event”, veröffentlicht am 11. September 2010, zit. nach NEFA Foundation, http://www.nefafoundation.org/miscellaneous/tali911.pdf

[11] Dazu gehören der Präsidentenbruder Ahmad Wali Karzai, der Vorsitzende des Provinzrates von Kandahar und graue Eminenz in ganz Süd-Afghanistan, der frühere Gouverneur von Helmand Scher Muhammad Achundzada, der über Heiratsbeziehungen mit den Karzais verbunden ist und nach seiner Ablösung in Helmand vom Präsidenten zum Senator ernannt wurde sowie Jan Muhammad Chan, der frühere Gouverneur Uruzgans, der ein enger Vertrauter von Karzai sen. war. Die Karzai-Familie und Jan Muhammad sind maßgeblich an Wachschutz- und Baufirmen beteiligt, was ihnen zusätzliche Ressourcen sichert und gleichzeitig bewaffnete Kräfte schafft, die Milizen im Wartestand für die nach dem Abzug der westlichen Truppen erwarteten neuen Runde eines Bürgerkriegs gleichkommen.

[12] van Bijlert, „Unruly Commanders and Violent Power Struggles“, S. 160f.

[13] „Afghan aid a ‚confusing labyrinth,’ audit finds”, in: MSNBC, 27. Oktober 2010.

[14] Coghlan, „The Taleban in Helmand: an oral history“, S. 137

[15] Yusufzai, „Taleban call for holy war”, BBC, 8. Februar 2003

[16] Gopal, The Taleban in Kandahar, S. 1ff.

[17] Giustozzi, Between Patronage and Rebellion

[18] Gopal, „Afghan opposition courts Taleban”; „Taleban leader urges Afghans to boycott ‚deceptive elections”’, in: Afghan Islamic Press (Peshawar), 7. Dezember 2008

[19] Burke, „Why the West thinks it is time to talk to the Taleban”, 27.9.2008.

[20] Ein früherer hochrangiger Taleb, gleichzeitig islamischer Gelehrter, antwortete dem Autor 2009 auf die Frage nach der religiösen Grundlage der Bewegung mit Nachdruck: „Wir sind keine Wahhabiten, wir sind Hanafiten“.

[21] „Taleban leader urges Afghans to boycott ‘deceptive elections’”, in: Afghan Islamic Press (Peshawar), 7. Dezember 2008

[22] De Afghanistan Islami Emarat Dar-ul-Ensha, De Talebano lepara layha, undatiert (etwa Mai 2009), S. 57

[23] Vgl. Glatzer, „Zum politischen Islam der afghanischen Taleban“, S. 173ff.

[24] Die traditionellen Salafisten versuchten, die islamische Gesellschaft friedlich zu erneuern, indem sie muslimische Traditionen mit der Betonung auf das persönliche Verhalten wieder zu beleben strebten, während ihre Nachfolger im 21. Jahrhundert dies von oben versuchen, durch die Übernahme der Macht und die Etablierung eines „islamischen Staates“. Der Wahhabismus und die Deobandi-Schule entwickelten sich aus Quellen des 18. und 19. Jahrhunderts als puritanische Reformbewegung in voneinander unterschiedlichen Regionen, auf der Arabischen Halbinsel und auf dem indischen Subkontinent.

[25] Meddeb, Islam and Its Discontents, S. 104f.

[26] Maley, „Interpreting the Taleban”, S. 20

[27] Ulema (sing.: alem), islamischer Gelehrter mit formaler religiöser Ausbildung.

[28] „Mulla Omar Eid message“, in: Afghan Islamic Press (Peshawar) 21. Oktober 2006

[29] Ruttig, The Ex-Taleban on the High Peace Council, S. 7; „Aya hezb-e jadid-e Taleban tashkil me-shawad?” [Is a New Taleban Party Being Formed?], in: Arman-e Melli (Kabul), 24. Februar 2005

[30] „Text of interview of the esteemed Mulla Beradar Akhund, Deputy Ameerul Mo’mineen of The Islamic Emirate of Afghanistan With the ‚SARK magazine’”, 23. Juni 2009, http://alemarah1.org/english/marki-23-06-2009.html; der Name des Magazins ist allerdings falsch geschrieben – er lautet korrekt „Srak” (dt.: Lichtstrahl)

[31] Sayed Salahuddin, „Taleban say want peace with Afghans, NATO troops out”, Reuters, 26. Februar 2009

[32] „Transcript: Afghan Taleban spokesman discusses war”, CNN (online), 5. Mai 2009

[33] Zu diesen Konzepten siehe Steinberg, Der nahe und der ferne Feind, S. 46ff.

[34] Burke, Al-Qaida, S. 233f.

[35] Mustafa Abu al-Yazid’s Interview on al-Jazeera, 22. Juni 2009, Transkript, New York: NEFA Foundation, S. 2

 

 

Literatur

 

Bijlert, Martine van, „Unruly Commanders and Violent Power Struggles: Taleban networks in Uruzgan”, in: Antonio Giustozzi (Hg.), Decoding the New Taleban: Insights from the Afghan Field, London, 2009

Burke, Jason, Al-Qaida: Wurzeln, Geschichte, Organisation, Düsseldorf/Zürich, 2004

–, „Why the West thinks it is time to talk to the Taleban“, The Observer, 28. September 2008

Chandrasekaran, Rajiv, „Petraeus: ‚We’re doing everything we can to achieve progress’”, in: Washington Post, 15. August 2010

Coghlan, Tom, „The Taleban in Helmand: An Oral History”, in: Antonio Giustozzi (Hg.), Decoding the New Taleban: Insights from the Afghan Field, London, 2009

De Afghanistan Islami Emarat Dar-ul-Ensha, De Talebano lepara layha, (Sekretariat des Islamischen Emirats Afghanistan, Verhaltenskodex für die Taleban), ohne Ort, undatiert (ca. Mai 2009)

Giustozzi, Antonio, Between Patronage and Rebellion: Student Politics in Afghanistan, AREU Kabul, Februar 2010, http://www.areu.org.af/index.php?option=com_docman&task=doc_details&gid=753&Itemid=26

–/Reuter, Christoph, The Northern Front: The Afghan insurgency spreading beyond the Pashtuns, AAN Briefing Paper 03/2010, Kabul/Berlin, Juni 2010

Glatzer, Bernt, „Zum politischen Islam der afghanischen Taleban“, in: Dietrich Reetz (Hg.), Sendungsbewusstsein oder Eigennutz: Zu Motivation und Selbstverständnis islamischer Mobilisierung, Zentrum Moderner Orient, Studien 15, Berlin, 2001

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