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Wanderer kommst du nach Mannheim, und das noch vor dem 29. Mai, dann geh doch mal beim Zephyr – Raum für Fotografie vorbei. Dort gibt es die Ausstellung „Terror Incognitus“ mit Fotos, Videos u.a. des Briten Edmund Clark, u.a. mit „Artefacts of Extraordinary Rendition“, also der geheimen Überstellungen in „schwarze“ CIA-Gefängnisse, die es in Afghanistan, aber auch Litauen, Polen und Rumänien gab. Dieses weltweite Netz illegaler CIA-Gefängnisse wurde von dazu gehörenden privaten Charterflügen als Teil des US-„Kriegs gegen den Terror“ bedient – u.a. der deutsche Staatsbürger Khaled el-Masri „wurde im Januar 2004 von mazedonischen Sicherheitsbeamten 23 Tage lang in einem Hotel- zimmer in Skopje inhaftiert, anschließend der CIA übergeben und nach Afghanistan verbracht. Dort wurde er mehrere Monate lang festgehalten, bevor die CIA zugab, dass seine Festnahme ein Irrtum gewesen war. Schließlich wurde er allein auf einer Straße in Albanien ausgesetzt, dort von einer vorgetäuschten Grenzpatrouille aufgegriffen und nach Deutschland zurückgeflogen.“ (aus dem Begleitbuch zur Ausstellung)

Bildschirmfoto der Zephyr-Webseite mit Salt-Pit-Foto.

Bildschirmfoto der Zephyr-Webseite mit Salt-Pit-Foto.

 

Clark stützt sich in seinen Exponaten auf Recherchen des renommierten Bureau of Investigative Journalism (hier dessen Database über US-Drohnenangriffe in Afghanistan) und dessen letzter Recherche über einen Drohnenangriff in Khost in 2015 (veröffentlicht im Februar 2016).

Eines seiner Fotos zeigt ein „Gelände im Nordosten von Kabul; es wird davon ausgegangen, dass es sich dabei um die „Salzgrube“ handelt, die heute von neu errichteten Fabriken und Gebäudekomplexen verschleiert wird. Die „Salzgrube“ ist die geläufige Bezeichnung für das erste Gefängnis der CIA in Afghanistan, das im September 2002 in Betrieb ging. In den darauf folgenden achtzehn Monaten wurden dort Dutzende von Gefangenen inhaftiert. Der junge afghanische Häftling Gul Rahman starb im November 2002 dort an Unterkühlung. Er wurde in einem anonymen Grab bestattet. Im Bericht des US-Senats über das Programm ndet sich die Beschreibung, dass die Gefangenen in dieser Haftanstalt „in völliger Dunkelheit gehalten und ständig in Isolierhaftzellen, die nur mit einem Eimer als Toilettenersatz ausgestattet waren und mit lauter Musik oder Krach beschallt wurden, eingesperrt wurden“. Die Mitglieder einer Delegation der Staatlichen Gefängnisaufsicht, die die Einrichtung besuchten, kommentierten, dass sie „noch nie in einer Haftanstalt waren, in der die Insassen dermaßen ihrer Sinneswahrnehmungen beraubt werden“. Das Gefängnis wurde 2004 geschlossen und durch eine zweckmäßige Einrichtung ersetzt, die „mit Heizung/Klimaanlage, her- kömmlichen Sanitäreinrichtungen, angemessener Beleuchtung, Duschen und Wäscherei ausgestattet“ werden sollte.“ (aus dem Begleitbuch zur Ausstellung; Foto auf dem Titel sowie auf S. 21 des Begleitbuches)

Mehr zur Ausstellung hier in der taz und auf der Zephyr-Webseite, wo mnan schon einige Fotos sehen kann. Zu der Ausstellung gibt es auch ein ausführliches und kostenloses Begleitbuch im PDF-Format (hier herunterladen).

Als Hintergrund dazu empfehle ich den Bericht des Sonderbeauftragten Claudio Fava des CIA-Sonderausschusses des EU-Parlaments von 2007 , unter dem diplomatischen Titel „Bericht über die behauptete Nutzung europäischer Staaten durch die CIA für die Beförderung und das rechtswidrige Festhalten von Gefangenen“ (Link hier).

 

 

 

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