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Das sieht zumindest nach Fehlernährung aus (die rötlichen Harre des Jungen). Foto: Thomas Ruttig, ein Dorf bei Bamian (2005).

Das sieht zumindest nach Fehlernährung aus (die rötlichen Harre des Jungen). Foto: Thomas Ruttig, ein Dorf bei Bamian (2005).

  • 40 Prozent der Afghanen — oder 11,3 Millionen Menschen — leben in “Nahrungsmittelunsicherheit”, informierte das Welternährungsprogamm der UNO. Ebenfalls 40 Prozent der afghanischen Kinder – etwa eine Million – unter fünf Jahren sind „chronisch unterernährt“. Insgesamt seien 2,7 Millionen Afghanen von Unterernährung betroffen. Nur 35 Prozent der betroffenen Kinder würden von Hilfe erreicht, und nur 25 Prozent auch kuriert.
  • 93 Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sind seit Jahresbeginn in Afghanistan entführt worden, berichtet die UNO. Die UNO sprach von einer “wachsenden Gefahr” für Hilfsorganisationen, und das in einer Situation, wo “Millionen Menschen dringend lebensrettende Hilfe” benötigten. Die moisten der Entführten dürften Afghanen gewesen sein.
  • Die ismailitische Bevölkerung im Wachan-Korridor im äußersten Nordosten leidet schon seit langem unter extremer Armut, und nun zusätzlich unter Insolation, seit die Taleban den Distrikt Wardudsch nur 30 Kilometer entfernt vom Eingang ihres Tals kontrollieren. Taleban-Präsenz macht Verbindungsstraße zwischen Hauptort Eschkaschem und Rest des Landes unpassierbar. Zudem hat die Regierung des benachbarten Tadschikistan vor über zehn Monaten aus Sicherheitsgründen die Grenzbasare geschlossen, über die sich die Bevölkerung teilweise versorgte.
  • Das afghanische Gesundheitsministerium (MoPH) hat zwei neue Polio-Fälle registriert – einen in Kabul und einen in Paktika. Zuvor waren in diesem Jahr sechs Fälle rwegistriert worden – vier in Kunar und zwei weitere in Kabul. Die seit Jahren üblichen Schluckimpfungen können in immer weniger Gebieten wirklich durchgeführt werden, da die Sicherheitslage es nicht erlaubt. So konnten in den vergangenen sechs Monaten keine Impfungen in der Provinz Kundus stattfinden.

 

Das Ministerium sagt, das die bevorstehende zweitägige Impfkampagne in mindestens 96 (von etwa 400) Distrikten gefährdet ist. In früheren Jahren vereinbarten die UNO und die Taleban für diese Tage eine inoffizielle Waffenruhe, die auch meist eingehalten wurde. Wie es in diesem Jahr ist, ist (mir) unbekannt.

Die MoPH-Liste der gefährdeten Distrikte (vollständiger in der Dari-Version der Meldung, hier) wirft auch ein Licht auf die territoriale Kontrolle bzw Einflussnahme der Taleban:

Helmand: Sangin, Nahr-e Seradsch, Nad Ali, Laschkargah, Reg, Kadschaki, Musa Qala, Nawa, Nausad, Garmsir, Waschir;

Kandahar: Schahwali Kot, Kandahar-Stadt(!), Maiwand, Pandschwayi, Sherai, Spin Boldak, Chakrez, Arghandab, Arghistan, Ghorak, Daman, Mianeschin, Schorabak;

Nangarhar: Atschin, Lalpur, Mohmand Dara, Batikot, Behsud, Schinwar, Scherzad, Dschalalabad-Stadt(!), Deh Bala, Kot, Surchrod;

Kunar: Watapur, Marawara, Dara-je Petsch, Tschapdara, Narej, Ghasiabad, Narang, Damgan, Assadabad-Stadt (ebenfalls die Provinzhauptstadt!);

Farah: Bala Boluk, Bakwa, Chak Safed, Gulistan;

Farjab: Qaisar;

Sabul: Qalat (ebenfalls die Provinzhauptstadt!), Arghandab, Naubahar, Schah Dschui.

Das sind insgesamt 53 Distrikte in sieben Provinzen – bleiben 33 in 14 weiteren Provinzen.

Die liegen dann offensichtlich in Gebieten, so das MoPH, mit „niedrigeren Sicherheitsproblemen“ in den Provinzen Paktia, Paktika, Chost, Herat, Nimruz, Laghman, Uruzgan (das dürfte sich inzwischen zum schlechteren entwickelt haben – siehe hier), Nuristan, Kapisa, Ghor, Parwan, Baghlan, Kundus und Ghasni.

 

 

 

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