Schlagwörter

, , ,

(Der folgende Text erschien hier vorgestern schon mal kurz und verschwand dann wieder – aufgrund aktueller Ereignisse, nämlich des Friedensabkommens mit Hesb-e Islami.)

Unter dem Titel „Herr Innenminister, geben sie endlich zu, dass Afghanistan nicht sicher ist“ – das ganze vor dem Hintergrund eines Fotos Thomas de Maizières, wie er mit Stahlhelm und vermutlich Schutzweste unter dem Mantel in Kabul einem Hubschrauber entsteigt, hat Pro Asyl eine Kampagne gegen Abschiebungen gestartet. Dazu kann man Protestpostkarten anfordern und sich hier per Email beteiligen.

Pro Asyls Protest-Postkarte.

Pro Asyls Protest-Postkarte.

 

(Die Bundesregierung könnte sich natürlich die Argumentation des ehemaligen afghanischen Außenministers Spanta zu eigen machen, der im April dem Deutschlandfunk sagte, auf die Frage, wieso für deutsche Bürger einerseits und Flüchtlinge aus Afghanistan andererseits unterschiedliche Gefährdungslagen angenommen würden:

Das liegt am Aussehen, der Haarfarbe, etc. Vor allem Staatsbürger aus Europa sind sehr, sehr deutlich erkennbar. Die stellen ein direktes Ziel dar. Nicht nur für die Taliban, auch für kriminelle Banden, die Erpressungen und Entführungen organisieren. Natürlich ist das eine zusätzliche Gefährdung!

Spanta sagte damals übrigens aber auch:

Aber ganz Afghanistan als ein sicheres Land zu beschreiben, da habe ich, ehrlich gesagt, meine Zweifel. Die Realität deutet darauf hin, dass hier enorme Gefahr für Leib und Leben der Bevölkerung da ist. Vor allem in Städten wie Kundus, Helmand und anderen.)

 

Hier die zu der Kampagne gehörenden Texte von Pro Asyl:

Tausende Tote und Verletzte: Afghanistan ist nicht sicher!

Die Fälle afghanischer Flüchtlinge, deren Anträge vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt wurden, häufen sich. Die Asylsuchenden schildern Repressionen und Bedrohungen – vor allem durch die Taliban. Sie berichten von Zwangsrekrutierungen, Entführungen, Todesdrohungen und der Ermordung von Familienmitgliedern. Die Angst vor Anschlägen ist allgegenwärtig.

Vor dem Hintergrund der Situation in Afghanistan

fordert PRO ASYL:

  • Keine Abschiebungen nach Afghanistan.
  • Flüchtlingen aus Afghanistan ist ein sicherer Aufenthaltsstatus mit dem Recht auf Familiennachzug zu gewähren.
  • Afghanischen Asylsuchenden ist der Zugang zu Integrations- und Sprachkursen – auch während des laufenden Asylverfahrens – zu gewährleisten.
  • Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge soll angewiesen werden, keine Widerrufsverfahren der Asyl- und Flüchtlingsanerkennungen
  • sowie des subsidiären Schutzes unter Hinweis auf angeblich sichere Regionen („interne Fluchtalternative“) oder eine angeblich zum Positiven veränderte Sicherheitslage einzuleiten.
  • Angesichts der sich weiter verschärfenden Sicherheitssituation muss die Bundesregierung dafür Sorge tragen, dass die Aufnahmeverfahren für (ehemalige) afghanische Ortskräfte der Bundeswehr, der Nichtregierungsorganisationen und anderer mit größtmöglicher Beschleunigung durchgeführt werden.

 

Unsicheres Afghanistan

Über 1.600 Tote und mehr als 3.500 Verletzte unter der afghanischen Zivilbevölkerung im ersten Halbjahr 2016 sprechen eine deutliche Sprache: Afghanistan ist kein sicheres Land! Nicht für die Menschen, die dort leben, und erst recht nicht für Asylsuchende, die dorthin abgeschoben werden sollen.

Afghanische Flüchtlinge müssen in Deutschland und anderen EU-Staaten weiterhin Aufnahme finden und Schutz erhalten!

In Afghanistan kann von Sicherheit keine Rede sein: Vielerorts kommt es zu heftigen Kämpfen, Bomben-anschläge sind an der Tagesordnung, Teile des Landes kontrollieren die Taliban. Durch die bewaffneten Konflikte verlieren jedes Jahr Tausende Menschen ihr Leben, ihre Häuser, ihre Lebensgrundlage. Hundert-tausende Afghanen befinden sich bereits auf der Flucht – viele davon als Binnenflüchtlinge oder in den direkten Nachbarländern.

Die Bundesregierung will Menschen trotz der sich verschlechternden Sicherheitslage im Land nach Afghanistan abschieben. PRO ASYL fordert die Bundesregierung auf, von der Idee verstärkter Abschiebungen nach Afghanistan sofort Abstand zu nehmen. Abschiebungen nach Afghanistan bedeuten für die Betroffenen Abschiebungen in lebensgefährliche Zustände.

 

 

 

Advertisements