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Ich hatte es schon einmal kurz erwähnt (hier): In Cottbus versucht eine Schulklasse, die drohende Abschiebung von inzwischen vier afghanischen Mitschülern zu verhindern. Sie hat eine Petition gestartet, die schon fast 71.000 Unterzeichner hat, sammelt Geld für Anwälte, u.a. durch ein Benefizkonzert, und hat dafür jetzt auch ein Spendenkonto eingerichtet (siehe unten!).

Regionale und überregionale Medien berichteten – die Deutsche Welle (hier), der RBB (hier zum mp3-Download) und die Lausitzer Rundschau (hier).

Die von Abschiebung bedrohten afghanischen Schüler im Kreise ihrer Waldorf-MitschülerInnen in Cottbus. Foto (c) DW/Sandra Petersmann

 

Einer der bedrohten Mitschüler ist Wali Yousafzai aus Kundus, berichtete Sandra Petersmann für die Deutsche Welle (zwei weitere heißen laut LR Nik Mohammad und Nuruddin, alle sind 19 Jahre alt):

In Cottbus hat er in eine Ein-Zimmer-Wohnung in einem großen Hochhaus. Doch er schläft „jede Nacht woanders, weil ich so große Angst habe, dass sie mich nachts abholen“.  Jetzt spricht er in der Landessprache Dari, um sich richtig ausdrücken zu können. „Als sein Abschiebebescheid kam, habe ich vor Wut geheult,“ erzählt Vincent [ein Mitschüler]. (…)

Im August 2015 machte er [Wali] sich mit seinen beiden ältesten Brüdern auf den Weg Richtung Europa. (…) Er träumt davon, eine Lehre als Automechaniker zu machen. Er will Geld zu seiner Familie schicken. „Ich habe seit sieben Monaten nichts mehr von meinen Eltern und Geschwistern gehört. Ich weiß nicht, ob sie noch in Kundus sind.“

In seiner Asylanhörung hatte Wali ausgesagt, dass er von den Taliban misshandelt worden sei und dass sie ihn und seine Brüder zwangsrekrutieren wollten. Doch das „Bundesamt für Migration und Flüchtlinge“ (BAMF) glaubt ihm nicht und hält Wali für einen Wirtschaftsmigranten. Am 21. Februar 2017 stellte die Behörde Walis Abschiebebescheid aus. (…)

Das Innenministerium des ostdeutschen Bundeslandes Brandenburg, zu dem Cottbus gehört, will den Fall der Waldorfschüler auf Anfrage der Deutschen Welle nicht kommentieren und verweist auf die Ausländerbehörde in Cottbus. Dort zuckt Stadtsprecher Jan Gloßmann vor dem Rathaus mit den Schultern. „In den Einzelfällen mag das immer sehr bedauerlich sein“, sagt Gloßmann. Aber der gesetzliche Rahmen für Abschiebungen werde allein vom Bund vorgegeben. Seine Stadt könne nicht danach gehen, was das Herz sage, sondern müsse Bundesrecht umsetzen. „Wir denken, dass das auch Erziehung zur Demokratie ist.“

 

Die Initiatorin Manja Rostek informierte vor ein paar Tagen über den Fortgang der Aktion (Spenden werden aber weiter gebraucht):

  1. APR. 2017 — Im Namen der Schüler und unserer afghanischen Mitschüler bedanken wir uns ganz herzlich für die vielen Unterschreiber.

Wir sind bewegt, wie viele Menschen sich dazu entschlossen haben, uns zu helfen.

Durch den Erfolg der Petition können wir die Aufmerksamkeit der Medien (Lausitzer Rundschau, RBB, Deutsche Welle) nutzen.

Auch das Staatstheater Cottbus hat sich bei uns gemeldet. Am 8. April findet dort um 16 Uhr die Premiere der Stückes „Flüchtling“ statt und wir werden mit einem Infostand u.a. vertreten sein.

Infos zu dem Stück findest du hier.

Wir haben nun auch ein Spendenkonto eingerichtet und sind für jede Unterstützung sehr dankbar! Mit den Spenden helfen wir unseren afghanischen Mitschülern die Gerichts- und Anwaltkosten zu finanzieren:

 

Spendenkonto für die rechtliche Unterstützung der afghanischen Mitschüler: Waldorf-Cottbus

IBAN: DE 36 1805 0000 3302 1024 95

Verwendungszweck: Spende Flüchtlingsschüler

 

 

 

 

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