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Der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) hat seine Mitgliedsorganisationen um eine Einschätzung der Lage gebeten, um die konkreten Auswirkungen der aktuellen Afghanistanpolitik auf die Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aus Afghanistan zu verdeutlichen. Die Auswertung von 33 Rückmeldungen aus Wohngruppen, Schulen sowie Pflegefamilien aus dem gesamten Bundesgebiet zeigt, dass die Abschiebungen und die sinkenden Anerkennungsquoten nicht nur zu einer außerordentlichen Belastung im Alltag der afghanischen Jugendlichen führen, sondern auch eine enorme Herausforderung in der Arbeit der BetreuerInnen und für den Alltag in Wohngruppen oder anderen Einrichtungen darstellen.

Die Studie kann hier gelesen werden:

20170601BumF Befragung-Afgh Minderjährige

Ohne Titel. Foto: Mohammad H., 16 Jahre alt, aus Afghanistan. Quelle: Kontext.

 

Zu dem Thema veröffentlichte auch die Zeit gerade den Gastbeitrag einer Jugendtherapeutin, die erzählt, was die Angst vor Abschiebung mit einem ohnehin traumatisierten jungen Mann aus Afghanistan macht: „Man kann doch nicht immer nur traurig sein“:

Asim* war noch 17 Jahre alt, als er vor einem Jahr zum ersten Mal mit einem Sozialarbeiter (…) zu mir in die Therapie kam. (…) Am Anfang war er wohl auch verunsichert, was ihn in einer Therapie erwartet. Rasch ließ er sich jedoch auf eine Behandlung ein. Zwei Stunden in der Woche kommt er zu mir. Er sagt, sein Kopf fühle sich nach jeder Sitzung für etwa ein bis zwei Stunden freier an, nachdem er über seine Gedanken und Gefühle sprechen konnte. (…)

Da Afghanistan von unserer Regierung als sicheres Herkunftsland bezeichnet wird, entstehen für Flüchtlinge aus diesem Land neben den als traumatisch erlebten Kriegs- und Fluchterfahrungen zusätzliche psychische Belastungen. (…)

Asim bekam im Mai den Ablehnungsbescheid seines Asylantrags. In der mehr als 20-seitigen Begründung steht mit Verweisen auf viele Paragraphen, dass eine Rückkehr ins Herkunftsland Afghanistan „zumutbar ist“. Dies löste bei Asim eine heftige Krise aus: Seither hat er Angst und zieht sich immer mehr zurück. Er sagt, er schließe nachts sein Zimmer ab und wache erschrocken auf, wenn sein Mitbewohner an seine Türe klopft. Das könnte ja die Polizei sein, die ihn in Abschiebehaft nimmt. (…)

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