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Bis Ende Juli wollte ursprünglich das Auswärtige Amt seine Neueinschätzung der Sicherheitslage in Afghanistan vorlegen. Was abzusehen war: Der Termin war zu kurzfristig, und der neue Bericht ist noch nicht erschienen. Gerüchten zufolge soll es allerdings bereits einen internen Entwurf geben, der wohl noch in der Ressortabstimmung ist.

Man muss gespannt sein, ob sich in der neuen Einschätzung a) endlich mehr Realismus bei der Sicht auf die asylrelevante Sicherheitslage breit macht (hier meine Einschätzung des bisher gültigen, auf diesem gebiet sehr schwach brüstigen Berichts: hier) und b) auch die Verfasser sich endlich von der irrigen Auffassung verabschieden, dass v.a. Ausländer, und nicht die afghanische Zivilbevölkerung, Ziel und vor allem Hauptopfer sowohl von terroristischen Anschlägen, aber auch aller anderen Formen von Kampfhandlungen in Afghanistan sind. Das dürften eigentlich die beiden Bombenanschläge vom November 2016 gegen das deutsche Generalkonsulat in Masar-e Scharif und Ende Mai 2017 gegen die deutsche Botschaft in Kabul verdeutlicht haben – denen zum Glück keine(r) der Diplomaten, aber sehr viele Afghanen zum Opfer fielen. (Beide Gebäude sind nicht mehr nutzbar, und die wenigen nicht evakuierten Diplomaten arbeiten auf Militärstützpunkten.)

Explosion der Bombe am 31.7.17 vor der irakischen Botschaft in Kabul. Foto: ToloNews.

 

Hier die Ankündigung zu meinem Live-Interview mit RBB-Inforadio am 31.7.17:

Wie sicher ist Afghanistan?

Ende Mai wurden bei einem Selbstmordanschlag im Diplomatenviertel von Kabul mehr als 150 Menschen getötet und Hunderte verletzt – die Deutsche Botschaft wurde schwer beschädigt. Die Bundesregierung setzte daraufhin die Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber nach Afghanistan größtenteils aus – das Auswärtige Amt sollte bis Ende Juli die Sicherheitslage in Afghanistan neu bewerten. Diese Frist läuft am Montag ab – ausgerechnet an einem Tag, da wieder eine Botschaft in Kabul angegriffen wurde, offenbar von Kämpfern der Terror-Miliz IS. Wie steht es also um die Sicherheit in Afghanistan? Das fragen wir Thomas Ruttig, Co-Direktor des Afghanistan Analyst-Network mit Sitz in Berlin und Kabul.

Und hier der Audio-Mitschnitt des Interviews.

Zum Schluss noch einmal, hier, wie sich die Bundesregierung bisher um die Beantwortung der Frage drückt, welche Gebiete in Afghanistan sie genau für „sicher“ hält.

 

 

 

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