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Hier das Zitat des Tages, zumindest für jene Menschen, die dem Thema Afghanistan folgen. Es stammt von Kanzlerin Angela Merkel in ihrem ersten Interview als Kanzlerin mit der taz (Volltext hier).

 

„Wir sollten nicht die einfache Botschaft senden, dass Millionen Menschen zum Beispiel aus Afghanistan bei uns eine neue Heimat finden, sosehr ich auch Verständnis für wirtschaftliche Not habe.“

Ergo: Für sie sind afghanische Flüchtlinge ausschließlich „Wirtschaftsflüchtlinge“. Den Krieg erwähnt sie nicht. Das muss Absicht sein.

[Ergänzung: Hinterher steht im Interview noch folgender Satz:

„Flüchtlingen, die nach Deutschland gekommen sind, müssen wir Schutz vor Krieg und politischer Verfolgung gewähren.

Dies gilt aber offenbar nicht für Flüchtlinge aus Afghanistan, denn – siehe weiter oben – sie kommen nach Merkels Ansicht ja aus „wirtschaftlichen Gründen“; den Krieg dort erwähnt sie ja nicht.

Dazu morgen am 30.8. um 19.15 Uhr mehr von mir in einer Interviewrunde, die der Deutschlandfunk sendet – außerdem mit Susanne Koelbl vom Spiegel (ihr letzter Afghanistan-Artikel hier, allerdings mit Bezahlschranke, aber auf Englisch kostenlos, hier, sowie Thomas Wiegold vom Blog AugenGeradeaus.]

 

Bild vom Anschlag heute morgen auf eine Bankfiliale in Kabul. Foto: ToloNews

 

Als Kontext hier die Meldung vom heutigen IS-Anschlag auf eine Bankfiliale in Kabul, hier von einem ähnlichen Anschlag in Laschkargah (Helmand) in der vorigen Woche und hier die Meldung über die bereits über 200.000 vom Krieg vertriebenen Afghanen seit Anfang 2017.