Schlagwörter

, , , , ,

Ich habe zwar angekündigt, dass ich hier nicht jeden Anschlag in Afghanistan kommentieren kann – aber was am Mittwoch, nur einen Tag nach dem Anschlag im Kabuler Stadteil Wasir Akbar Chan (Details hier) in Tscharikar passierte, war wirklich besonders grausam: Bei einem Anschlag mit einer Haftmine auf zwei Tanklastwagen geriet auch ein nahebei parkender Bus in Brand. Dabei verbrannten mindestens 15 Menschen, 27 weitere wurden verletzt – darunter waren Passagiere des Busses sowie die Fahrer der beiden Tanker (siehe hier und hier).

Foto: Khaama

 

Tscharikar ist die Hauptstadt der Provinz Parwan und liegt ein knappe Autostunde nördlich von Kabul. Etwas weiter östlich befindet sich der heute v.a. von den Amerikanern genutzte Stützpunkt von Bagram, der ebenfalls oft Ziel von Taleban-Angriffen und –Anschlägen ist (zuletzt z.B. hier und hier). Oft werden auch gerade Tanklaster angegriffen, die Treibstoff auf den Stützpunkt bringen (siehe z.B. hier).

Über die letzten Jahre war der Gebrauch von Haftminen, auch gegen Vertreter der afghanischen Sicherheitskräfte, angestiegen. US-Medien hatten darüber bereits 2012 berichtet. Eine Schnellsuche nach Fällen im letzten Monat ergab folgendes: Baghlan (13 Tote), Kabul (ein Verletzter), Maimana (5 Verletzte). In der Stadt Ghasni starben heute durch eine Haftmine drei Polizisten, während gestern bei einem weiteren solchen Anschlag in Kabul niemand zu Schaden kam (siehe hier).

Mittlerweile hat sich bestätigt, dass der Attentäter in Kabul tatsächlich ein 13-jähriger Junge war (siehe hier). Offenbar kam er durch ein Tor in den eigentlich gut gesicherten Bereich, dass dort angestellte Wachen offen gelassen und „als Abkürzung“ zu ihrem Einsatzort nutzten.

In Kundus gingen nach der Entführung des Angehörigen eines Arztes gestern hunderte auf die Straße, protestierten gegen die zunehmende Unsicherheit, einschließlich von Entführungen und bewaffneten Raubüberfällen.

 

 

 

Advertisements