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Das Uppsala Conflict Data Program hat die Zahl der Kriegstoten zwischen 1989 (also nach dem Abzug der sowjetischen Truppen) und 2017 auf 200 316 berechnet.

 

UNAMA hat zwischen dem 1. Januar und dem 30. Juni 2018 insgesamt 5122 zivile Opfer dokumentiert – ein Sinken um 3 Prozent. Das spiegele aber „das selbe Niveau“ wie im Vergleichszeitraum 2017 und 2016 wieder. Von den Opfern sind 1692 Tote und 3430 Verletzte. Die Zahl der Toten stieg um 1, die der Verletzten sank um 5 Prozent.

CNN hat errechnet, dass die Zahl der registrierten Toten die höchste je zu diesem Zeitpunkt (also am Ende des ersten Halbjahrs) registrierte darstellt.

 

Die Jahresbilanz ziviler Opfer. Quelle: UNAMA

 

Auf der Grundlage der Schätzungen des Cost of War Project der Brown University in den USA belief sich die Zahl der Kriegstoten zwischen Anfang 2001 (also der US-geführten Anti-Taleban-Intervention) bis Mitte 2016 auf über 34.500 (seither nicht aktualisiert).

Afghanische zivile Konfliktopfer 2001-15, teilw. Schätzung, Quelle: Brown University

 

Legt man die UNAMA-Zahlen zugrunde, würde sich seither die Gesamtzahl an zivilen Toten seit Ende der bisherigen Zählung des Cost-of-War-Projekts 2015 um 7039 auf über 41.500 erhöhen.

Die Gesamtzahl an zivilen Opfern beträgt laut UNAMA seit dem 1.1.2009 damit 85.763.

 

Die Zahlen der getöteten Angehörigen der afghanischen bewaffneten Kräfte sowie der Taleban sind entweder nicht bekannt (seit einiger Zeit unter Geheimhaltung) oder mit großen Fragezeichen behaftet. Zum Beispiel behauptete die afghanische Regierung, dass sie 2017 13600 Aufständische getötet und 2000 weitere verhaftet habe. Das wäre die Hälfte der Gesamtzahl von 25-35.000, die die USA-Regierung bis vor kurzem für die Taleban verwendete. (Inzwischen hat sie ihre Schätzung auf 60.000 Taleban „korrigiert“; inoffizielle afghanische Regierungsquellen sagen 77.000.)

Die Zahl der Verluste an Toten unter den westlichen Streitkräften betrug gemäß Infoportal Statista 2014: 75, 2015: 27, 2016: 16; 2017: 17. Die dort angegebene Zahl von bisher 2 für 2018 hat sich inzwischen erhöht – laut OEF iCasualties steht sie bei 10.

Die letzten verfügbaren Zahlen waren wie folgt (von mir schon hier berichtet):

2016 wurden nach afghanischen Regierungsangaben 6785 Armee- und Polizeiangehörige getötet und 11.777 weitere verwundet (Angaben für 1.1.-12.11.16; zitiert in einem SIGAR-Bericht). Der AA-Zwischenbericht gibt für 2016 4612 getötete afghanische Soldaten und 3534 getötete afghanische Polizisten (zusammen: 8146) sowie 7742 verwundete afghanische Soldaten und 6536 verwundete afghanische Polizisten (zusammen: 14.278). Dazu kamen nach letzten vorliegenden SIGAR-Angaben zwischen dem 1.1.17 und dem 8.5.17 noch einmal 2531 Tote und 4238 Verletzte.

Das ist ein von Schnitt 61 Gesamtverlusten pro Tag und liegt deutlich über der Zahl der zivilen Opfer.

 

Die afghanische Nachrichtenagentur Pajhwok zählt monatlich die Gesamtopferzahl (Tote und Verwundete, Zivilisten und Kämpfer), ohne nach Seiten zu differenzieren. Grundlage bilden die eigenen Korrespondentenberichte. Für Juli 2018 gab sie 1641 Tote und 1113 Verletzte an (insgesamt: 2754). Über 1500 seien in direkten Kämpfen („face-to-face fighting“) getötet oder verletzt worden. Das seien „4 von 7“ aller Opfer. Das würde bedeuten, dass weiterhin mehr Kämpfer als Zivilisten unter den Kriegsopfern sind.

 

Im August habe es 1754 Tote und 1028 Verletzte gegeben (insg: 2782), so Pajhwok (Vorsicht beim Lesen des Original-Artikels, dort scheinen am Anfang [dort werden die Juli-Zahlen wiederholt] und in den Grafiken einige Zahlen durcheinander gekommen zu sein.) Das Verhältnis zwischen militärischen Verlusten lag diesmal noch weit höher zu den Zivilisten als im Juli.

Hier eine Zusammenstellung der geografischen Verteilung der Opfer im August 2018.

 

Weitere Pajhwok-Zahlen:

Juni 2018: 1189 Tote, 944 Verletzte

Mai 2018: 1762 Tote, 1190 Verletzte

April 2018: 1018 Tote, 792 Verletzte

März 2018: (wahrscheinlich fälschlich dieselben Zahlen wie April angegeben; aus der Grafik ergeben sich etwa 1800 Opfer insgesamt)

Februar und Januar 2018: ebenfalls aus der Grafik ergeben sich ca. 1400 bzw 2000 Opfer insgesamt.

Das würde die Gesamtzahl der Opfer von Januar bis August 2018 auf ca 17600 bringen. Für Januar bis Juni wären es ca 12.300.