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Gestern abend sah ich auf 3Sat den Dok-Film „Midnight Traveler“ (2019), aufgenommen von den beiden afghanischen Filmemacher:innen Hassan und Fatima Fazili, einem Ehepaar, und ihrer zwei kleinen Töchter Narges und Zahra auf ihrer 2015 beginnenden, mehr als vier Jahre dauernden Flucht aus Afghanistan über Iran und die Türkei nach Europa. Drei davon verbrachten sie in einem serbischen Flüchtlingslager und weitere Monate, auf ihr Asylgesuchen wartend, in ungarischer Quasi-Haft im Niemandsland zwischen Serbien und Ungarn.

Die Fazilis dokumentierten ihre Reise ins Ungewisse, ausgelöst von Taleban-Drohungen und Protesten reaktionärer Mullahs gegen ihr Filmcafé in ihrer (nicht genannten) Heimatstadt, auf mitgeführten Handys. Noch nie habe ich die Gefahren und Strapazen einer solchen Reise – und die damit verbundenen Schikanen durch von der EU-Anti-Flüchtlingspolitik konditionierten Bürokratie in Staaten wir Bulgarien, Serbien und Ungarn – so hautnah gesehen. 

„Midnight Traveler“ lief mit großem Erfolg auf der Berlinale 2019 und wurde auf mehreren weiteren internationalen Festivals gezeigt, darunter das „Sundance Film Festival“.

Bildschirmfoto von „Midnight Travelers“, die Tochter Narges Fazili in dem ungarischen Transitlager Röszke zeigend. Quelle: 3sat-Webseite.

Ich will zu diesem Film keine weiteren Worte machen, außer, dass er angesichts weiterer geplanter Verschärfungen der EU-Antiflüchtlingspolitik – Stichwort „Rückführungspatenschaften“ (ich berichtete hier) – ein Muss wäre gerade für alle jene, die in den Behörden der EU und der Staaten Europas mit Asylbewerbern befasst sind. Unterdessen geht die Geschichte der Unmenschlichkeiten weiter, unter anderem in Moria. Ein kurzes Video von dort hier:

„Midnight Traveler“ kann weiterhin (ich weiß nicht wie lange) kostenlos hier in der 3sat-Mediathek oder hier in der ZDF-Mediathek abgerufen werden.