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Das meldet gerade dpa, veröffentlicht in den Stuttgarter Nachrichten:

Ein ursprünglich für den Abend geplanter Abschiebeflug nach Afghanistan ist am Dienstag von deutscher Seite kurzfristig abgesagt worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur waren mehrere afghanische Männer, die von München nach Kabul hätten fliegen sollen, zum Zeitpunkt der Absage bereits in die bayerische Landeshauptstadt gebracht worden.

Zu den Gründen für die Entscheidung gab es zunächst keine offiziellen Angaben. 

Die Bundesregierung – im Wahlkampfmodus – hatte bis zum Schluss an dem Abschiebeflug festhalten wollen (zur Vorgeschichte hier), der der 41. seit Wiederaufnahme der Abschiebungen im Dezember 2016 gewesen wäre. Die Bundesregierung hatt bereits damals diese Wiederaufnahme beschlossen, obwohl sich nach Ende der ISAF-Kampfmission die Lage erheblich verschlechtert hatte.

Nun konnte sie offenbar nicht länger ignorieren, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte die Abschiebung eines Afghanen aus Österreich verhindert hatte; die Taleban weitere Geländegewinne erzielt und mehrere Großstädte angegriffen und dabei durch Raketenbeschuss die zeitweilige Schließung der Flughäfen von Herat und Kandahar verursacht hatten; und schließlich heute am Abend ein Kommando (noch nicht klar ob, aber wahrscheinlich dass die Taleban dahinter stecken), die Residenz des afghanischen Verteidigungsministers in Kabul stürmte. Der hatte Glück, denn er war gerade nicht zu Hause.