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Am 8.11.2022 veröffentlichte ich hier folgenden Spendenaufruf des Freundeskreises Afghanistan für Winterhilfe im Distrikt Jaghori. Dazu erreichte mich folgender Hinweis:

Wer bereits gespendet hat (und das haben einige – vielen Dank dafür!), dafür eine Spendenquittung haben möchte, aber nicht seine vollständige Anschrift übermittelt hat, kann das per Email an (guenter.reiss@web.de) noch tun.

FKA-geförderte Mädchenschule in Jaghori: Selbst die Fensterbank ist besetzt. Foto: FKA.


Hier nochmal der Spendenaufruf:

Spendenaufruf: Winterhilfe für die Schulen in Jaghori

Die mit der erneuten Machtübernahme der Taleban verbundenen Unwägbarkeiten, der Krieg in der Ukraine und die weitere Preissteigerungen bei Gas und Strom drücken generell auf die Spendeneinnahmen. Besonders betroffen sind kleine Vereine.

Zu den Betroffenen zählt auch der Freundeskreis Afghanistan e.V. (FKA), der seit über 40 Jahren ausschließlich mit ehrenamtlicher Arbeit eine „Schullandschaft“ aus zehn Schulen für Jungen und Mädchen im Distrikt Dschaghori (Jaghori) in der Provinz Ghasni unterstützt. Einige der Schulen wurden in dieser Zeit neu gebaut, adere, bereits vorhandene ausgebaut oder renoviert, da der Regierung in Kabul dafür die Mittel oder manchmal auch das Interesse fehlten. Ergänzungsbaumaßnahmen wie Toiletten, Umfassungsmauern, Brunnen wurden umgesetzt, Lehrmaterialien beschafft. Ein Schulneubau kostete 50-75.000 Euro. Kleinere Bauprojekte, etwa ein Trinkwasserbrunnen für eine Schule, kosten 5-7000 Euro.

Die Gehälter für das Lehrpersonal zahlt die Regierung, aber wie bereits zuvor kommt das Geld nur unregelmäßig an und muss bei einer Bank in der Provinzhauptstadt Ghasni abgeholt werden – durch (in Afghanistan ebenfalls gestiegene) Fahrkosten geht ein beträchtlicher Teil der Gehälter so schon von vornherein verloren. Der FKA unterstützt Lehrer:innen, auch jetzt von den Taleban entlassene, in den zehn Schulen durch Essenszuschüsse in Höhe von 7000-9000 Afghani (z.Zt. 87 Af=1 Euro).

Lokaler Partner ist ein Schulkomitee, das die Projekte auswählt, umsetzt – und bei notwendigen Baumaßnahmen lokale Auftragnehmer priorisiert – und abrechnet. Mitglieder und Spender werden darüber hinaus mit Videos, Fotos, Briefen u.ä.  über schulische Aktivitäten und Baufortschritte auf dem Laufenden gehalten.

Als sich die Mitglieder des FKA Ende November zu ihrer alljährlichen Versammlung trafen, war wieder neues Bildmaterial eingetroffen. Ein Video zeigte drei Vertreter des Schulkomitees im Schneidersitz vor einer beinahe fertig gestellten Schule im Ort Patu sitzen. Ihr Sprecher teilte in mitfühlenden Worten mit, wie sehr sie der Krieg in der Ukraine erschreckt habe, der nun die deutschen Projektpartner durch Flüchtlinge, Teuerung und Ängste belasten werde. (Solche Situationen kennt die Menschen in Afghanistan nur zu gut.)

Dann erst berichtet er beinahe sachlich von den eigenen Schwierigkeiten: extreme Trockenheit, dann wieder starke Regengüsse mit Überschwemmungen, zeitweise Überwachung durch Taleban, erzwungener Ausschluss der älteren Schülerinnen vom Unterricht, almosenartige Entlohnung des Lehrpersonals, Entlassung von Lehrerinnen durch die Regierung und die durch all dies entstandene Hungersnot, besonders in den armen Familien. Er übermittelte Bilder vom schwierigen Sprengen eines Brunnens in den Felsen, der künftig Schulkinder mit dem dort so kostbaren Wasser versorgen wird. Die Dörfer der FKA-Partnerfamilien liegen bis zu 3000 Meter hoch im Gebirge und müssen sich erneut auf einen eisigen schneereichen Winter einstellen, den wieder ein Mangel an Brennholz und Nahrungsmitteln noch härter machen wird.

Die Taleban haben bei ihrer Machtübernahme auch im FKA-Projektgebiet keine der befürchteten Morde an der örtlichen Bevölkerung – schiitischen Hazara ­ begangen noch Schulen zerstört. Die Bevölkerung Jaghoris hatte beschlossen, sich dem Einmarsch der Taleban nicht zu widersetzen, nachdem diese im August im Nachbardistrikt Malestan, wo es teilweise auch bewaffneten Widerstand gab, ein Blutbad angerichtet und eine Massenflucht ausgelöst hatten.

In der Bevölkerung, bei den Eltern, Lehrern und Lehrerinnen wird der Wille zur Bildung aufrechterhalten. Der Lerneifer der Kinder bleibt hoch. Einschränkend wirken jedoch Ermahnungen von Taleban-Offiziellen, die bereits einiger der FKA-Schulen besuchten, Mädchen ab der 7. Klasse den Schulbesuch nicht weiter zu gestatten. Das hat zu Furcht und Unsicherheit geführt. Schon 2021 berichteten die Projektpartner, dass die Mädchen, die in diesem Jahr noch vor der Taleban -Machübernahme die Klasse 12 abgeschlossen und ein Studium angestrebt hatten, „am Boden zerstört“ seien. Auch ernannten die Taleban in einer Schule einen neuen Direktor und eine Lehrerin, die aber noch nicht zur Arbeit erschienen seien. (Offenbar gibt es auch unter den Taleban das Phänomen der „Geisterlehrer“, d.h. es werden an Personen Gehälter gezahlt, die nur auf dem Papier stehen.) Allerdings lassen die Taleban private Kurse zu, eine Nische, die auch in Jaghori besteht.

Da der FKA keine staatlichen Gelder erhält und sich frühere Unterstützer aus den großen kirchlichen Hilfswerken schon vor mehreren Jahren zurückgezogen haben, ist er ganz auf private Spender angewiesen. Das daraus resultierende Jahresbudget beträgt z.Zt. etwa 50.000 Euro, so dass große Bauprojekte nicht mehr möglich sind. Größter Posten sind gegenwärtig die Essenszuschüsse, die auch dazu dienen, Lehrer:innen in Arbeit zu halten und Abwanderung zu verhindern. Dazu kommen kleinere Baumaßnahmen. Für neue, selbst kleinere Projekte wären neue Spenden notwendig.

In diesem Winter  möchte der FKA neben seinen Verpflichtungen im schulischen Bereich seinen Partnerfamilien wie in vergangenen Jahren zusätzliche finanzielle Winterhilfe leisten und bittet darum um Spenden.

Spendenkonto:

Sparkasse Mainfranken Würzburg

IBAN: DE 12 7905 0000 0042 0201 31 

BIC: BYLADEM1SWU

Der Verein unterhält zwar kein ständiges Büro in Afghanistan, wird aber regelmäßig einem Finanzaudit unterzogen. Außerdem besuchen Mitglieder die Projekte vor Ort, auch wenn das bis 2021 für einige Jahre aus Sicherheitsgründen nicht möglich war.

Das neue FKA-Infoblatt mit ausführlicheren Informationen und vielen aktuellen Fotos der Projekte des Vereins erscheint demnächst hier:

https://www.fk-afghanistan.de

(Transparenzhinweis: Ich bin Mitglied dieses Vereins, war und bin aber nicht an seiner Prioritätensetzung beteiligt. Ich habe ihn für meine Spenden ausgewählt, weil mich die Arbeitsweise überzeugt.)


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